Sonntag, 10. November 2013

Öko-Aktienindex nx-25

Wer in Aktien von ökologischen Unternehmen investieren möchte, kann sich die Suche nach nachhaltigen Unternehmen erleichtern, indem er schaut, welche Aktien in den verschiedenen Nachhaltigkeits- bzw. Ökoindizes enthalten sind. Hier wird der Öko-Aktien-Index nx-25 vorgestellt.

Gerade in Zeiten wie diesen, in denen die niedrigen Zinsen auf Tagesgeld, Festgeld und ähnlichen Geldanlage-Möglichkeiten von der Inflation aufgefressen werden (obwohl die aktuell auch sehr niedrig ist), ist es ratsam, einen Teil seines Ersparten in Aktien bzw. Aktienfonds anzulegen, da diese langfristig eine höhere Rendite bringen. Zwar ist bei der höheren Chance auf Rendite auch das Risiko größer, aber durch Streuung der Geldanlage allgemein und der Aktien im Speziellen sowie mit einem langen Anlagehorizont bei den Aktien kann man das ausgleichen.

Vielen Anlegern ist bei der Auswahl nicht nur die Rendite wichtig, sondern sie möchten ihr Geld in etwas investieren, das sie gut finden - z. B. in Unternehmen, die sich ethisch auf der gleichen Linie befinden und/oder sich der ökologischen Nachhaltigkeit verschrieben haben. Doch bei der Suche nach solchen Unternehmen tun sich mehrere Probleme auf:
  • Nachhaltigkeit kann vieles bedeuten - soziale Nachhaltigkeit, ökonomische Nachhaltigkeit, ökologische Nachhaltigkeit und Kombinationen daraus - siehe dazu auch Nachhaltige Geldanlage
  • Viele Unternehmen haben Nachhaltigkeit oder Öko wegen eines nebensächlichen Details auf ihre Fahnen und Logos geschrieben, sind aber insgesamt überhaupt nicht nachhaltig in irgendeinem relevanten Sinne. 
Eine Recherchehilfe für Anleger auf der Suche nach nachhaltigen Unternehmen sind die verschiedenen Nachhaltigkeits-Indizes - auf diese gründen sich dann auch oft Fonds, die den Index nachbilden. Doch auch die Nachhaltigkeits-, Umwelt- und Öko-Indizes setzen das Thema Nachhaltigkeit ganz unterschiedlich um: nach Positivkriterien, Ausschlusskriterien, Best-in-Class-Konzepten und/oder Ähnliches. Einer der "strengeren" Nachhaltigkeitsindizes ist der Öko-Aktienindex nx-25.

Der nx-25 schlägt den MSCI World

Der Öko-Aktienindex nx-25 wurde vom Börseninformationsdienst ÖKO-INVEST erstellt und seitdem fortlaufend gepflegt. Er enthält 25 Unternehmen verschiedener Länder und unterschiedlicher Branchen, die nach ethisch-ökologischen Gesichtspunkten ausgewählt werden. Der nx-25 misst sich am MSCI World, der die weltweite Entwicklung von Aktien widerspiegelt.

Laut Angaben von ÖKO-Invest hat der nx-25 vom 21.5.2003 bis zum 22.8.2013 um 430 % zugelegt, der MSCI World im gleichen Zeitraum um 81 %.

Zusammensetzung des nx-25

Max Deml, Herausgeber und Chefredakteur des Börseninformationsdienstes ÖKO-INVEST hat mir auf meine Anfrage hin freundlicherweise die Zusammenstellung des nx-25 geschickt (Stand November 2013) und die Veröffentlichung im Blog gestattet. Ich habe die Performance-Angaben allerdings weggelassen, da sich diese schnell ändern können, dafür aber die Wertpapierkennnummern (WKN) und die Internetadressen der Unternehmen ergänzt, um den Blogbesuchern die eigene Recherche zu erleichtern, denn schließlich geht es darum, Verantwortung zu übernehmen - auch dafür, was das eigene angelegte Geld tut. Die aktuelle Zusammensetzung des Öko-Aktienindexes nx-25 erhalten Sie bei ÖKO-INVEST.

Zusammensetzung des nx-25 (Stand 29.10.2013)


Unternehmen Branche Land WKN Unternehmens-URL
Asian Bamboo AG Landwirtschaft D A0M6M7 www.asian-bamboo.com
Boiron Homöopathie F 873532 www.boiron.com
BWT AG Wasser-aufbereitung A 884042 www.bwt.de
First Solar Solarenergie: Photovoltaik USA A0LEKM www.firstsolar.com
Gaiam Internet-Handel USA 929048 www.gaiam.com
Geberit AG Sanitärtechnik CH A0MQWG www.geberit.de
GEOX Schuhe I A0DNCF www.geox.biz
Green Mountain Coffee Roasters Kaffee USA 887856 www.gmcr.com
Grontmij Consulting NL A1J0HU www.grontmij.de
Herman Miller Möbel USA 863205 www.hermanmiller.com
init AG Telematik (ÖPNV) D 575980 www.initag.de
Interface Bodenbeläge USA A1JYG7 www.interfaceglobal.com
Kansas City Southern Eisenbahn-betreiber USA 502665 www.kcsouthern.com
Kurita Water Ind. Umwelttechnik J 851119 www.kurita.co.jp
Mayr-Melnhof Karton Verpackung A 890447 www.mayr-melnhof.com
Ormat Technologies Geothermie USA A0DK9X www.ormat.com
Ricoh Büro-maschinen J 854279 www.ricoh.com
Severn Trent Wasser-versorgung GB A0LBHG www.severntrent.com
Shimano Fahrräder J 865682 corporate.shimano.com
SunOpta Lebensmittel CAN 784556 www.sunopta.com
Tesla Motors Automobile USA A1CX3T www.teslamotors.com
Tomra Systems Pfand-automaten N 872535 www.tomra.com
UmweltBank AG Bank D 557080 www.umweltbank.de
Vestas Wind Systems Windturbinen DK 913769 www.vestas.com
Whole Foods Market Naturkost-einzelhandel USA 886391 www.wholefoodsmarket.com

Aktien aus dem nx-25 wählen

Wer Aktien aus dem nx-25 kaufen möchte, muss - wie bei anderen Aktien auch - jeweils prüfen, ob das Unternehmen auch seinen eigenen Nachhaltigkeitsansprüchen entspricht und wie er/sie persönlich die Zukunftsaussichten des jeweiligen Unternehmens und dessen Aktienkurs-Entwicklung sieht.

Für jede für interessant befundene Aktie sollte man neben der Firmenbeschreibung, dem Ausblick im Geschäftsbericht, den neuesten Nachrichten, fundamentalen und charttechnischen Daten immer auch die Handelbarkeit der jeweiligen Aktien an deutschen Börsen/Handelsplätzen prüfen. Das kann man zum Beispiel bei Finanztreff.de oder onvista.de, indem man dort die WKN eingibt und die entsprechenden Informationen aufruft. Aktien, die an deutschen Börsen selten gehandelt werden, kann man in einer Krisensituation nur schwer loswerden.

Ansonsten sollte man grundsätzlich bei Aktien, die von außerhalb des Euro-Raums stammen, auch das Währungsrisiko im Auge haben. Man investiert nämlich im Grunde nicht nur in die Aktie, sondern parallel auch in die fremde Währung. Wenn der Anleger Glück hat, verändern sich beide - der Aktienkurs in seiner Heimatwährung und der Wechselkurs - zu seinen Gunsten. Doch können sie sich auch gegenseitig aufheben oder eine negative Entwicklung verstärken.

Das Risiko von Kursverlusten durch einen Aktientitel kann man auch durch die Gewichtung beeinflussen (welchen Anteil welche Aktie am Gesamtdepot erhält). Will man sich beispielsweise die Chance eines risiko- und chancenreichen Unternehmens nicht entgehen lassen, also investieren und trotzdem nicht zu viel Risiko eingehen, dann kauft man weniger von dieser als von anderen Aktien. Man hat immer gute und weniger gut performante Aktien im Depot, aber unterm Strich sollte es am Ende stimmen!

Weitere Informationen
Den Börsen-Informationsdienst ÖKO-INVEST gibt es seit 1991. Max Deml stellt sich und seine Arbeit hier bei 99 seconds for the future of green money kurz vor. Er hofft, bald eine Fondsgesellschaft zu finden, die als Lizenzpartner einen Indexfonds/ETF auf den nx-25 herausgibt.
Kontakt zu ÖKO-INVEST kann man per E-Mail knüpfen: oeko-invest@teleweb.at.

Weitere Informationen zu Geldanlage und Börse für Anfänger finden Sie bei www.tinto.de/geld.

Rechtlicher Hinweis
Die hier enthaltenen Informationen stellen keine Anlageberatung oder Anlageempfehlung dar. Ich gebe keine Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen. Jede Haftung ist ausgeschlossen.

Freitag, 4. Oktober 2013

Emerging Markets mit Nachhaltigkeitsansprüchen kombinieren?

Die einen möchten in die aufstrebenden Märkte der Schwellenländer (Emerging Markets) investieren, anderen ist die nachhaltige Geldanlage am wichtigsten. Aber was kann man tun, wenn man beides kombinieren möchte - wenn man in Emerging Markets investieren möchte, aber nur in Unternehmen, die nach den persönlichen Nachhaltigkeitsgrundsätzen wirtschaften?

Zwei Schwierigkeiten hat man, solche strategischen Investitionsmöglichkeiten zu finden:
  1. In Schwellenländer direkt zu investieren, ist für Privatanleger schwierig, weshalb man in der Regel Schwellenländerfonds und besonders häufig solche, die einen Schwellenländer-Index abbilden und an der Börse gehandelt werden, wählt. Leider sind bei diesen meist keine Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigt. 
  2. Für Nachhaltigkeit wiederum gibt es unendlich viele Definitionen - ökologische, soziale, ethische, religiöse oder ökonomische Nachhaltigkeit - und unzählige Kombinationen aus diesen. 
Einen börsengehandelten Schwellenländer-Indexfonds (Emerging Markets ETFs) mit ethisch-religiösen Nachhaltigkeitsansprüchen habe ich nun in einem Finanztest-Artikel entdeckt (Quellen und weiterführende Informationen siehe unten): der MSCI Emerging Markets Islamic. Dieser MSCI-Index ist ein Scharia-konformer Emerging-Markets-Strategie-Index, in dem keine Unternehmen enthalten sind, die ihr Geld mit Militärtechnik, Alkohol, Tabak, Unterhaltung oder Finanzdienstleistungen (Banken) verdienen.

Der zum Index gehörende Fonds von iShares heißt iShares MSCI Emerging Markets Islamic Ucits ETF. Er beinhaltet Aktien aus China, Taiwan, Brasilien, Südkorea und Russland. Er bildet den Index eingeschränkt physisch nach - das bedeutet, er kauft die Aktien - zumindest teilweise - tatsächlich und baut nicht nur eine Entwicklung per Swaps künstlich nach. Anlageschwerpunkte sind Energie, Rohstoffe, Konsumgüter, IT und Telekommunikation.

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Es wäre schön, wenn es mehr börsengehandelte Emerging-Markets-Indexfonds mit mehr/anderen Nachhaltigkeitsansprüchen geben würde. Vielleicht wäre das auch ein Anreiz für manches Unternehmen, so zu agieren, dass es in einen Nachhaltigkeitsfonds aufgenommen wird.

Hinweis: Vor jeder Kaufentscheidung von ETFs, wie auch von anderen Wertpapieren, sollte man sich die Struktur im Detail sowie die Wertentwicklung im Vergleich anschauen. Nach einer jahrelangen Rallye der Schwellenländer, hat sich die Wertentwicklung der Unternehmen und Indizes in den letzten Jahren deutlich verlangsamt.

Quellen und weiterführende Informationen

Sonntag, 23. Juni 2013

Beste Geldanlage Aktien? Sechs goldene Regeln!

Wer am 31. Dezember 1994 Geld im deutschen Aktienmarkt angelegt hat, hat im Schnitt eine Wertentwicklung von 7,4 Prozent pro Jahr erzielt, wer schon Ende 1969 eingestiegen ist, schaffte sogar 7,6 Prozent pro Jahr - vorausgesetzt auch die Dividenden wurden wieder in Aktien angelegt. Wer als Deutscher in der Schweiz (und damit indirekt auch in den Schweizer Franken, siehe Währungsrisiko) investierte, konnte sich noch mehr freuen: Seit Ende 1969 betrug die jährliche Wertentwicklung im Durchschnitt 9,4 % und seit Ende 1994 sogar 10,2 Prozent. Diese Zahlen entstammen einem Artikel von Stiftung Warentest/Finanztest, die bei ihren Vergleichen den jeweiligen Länderindex der US-Investmentbank Morgan Stanley (MSCI) heranzogen. Solche Verzinsungen über Jahre hinweg sind natürlich traumhaft. Sind Aktien also die beste Geldanlage?

Aktien sind gerade wieder groß in Mode und werden von vielen als die beste Geldanlage gepriesen. Doch Vorsicht: Zwar sind Aktien Sachwerte, die in der richtigen Mischung auch Krisen und Börsencrashs durchstehen, aber die Kurse von Aktien können stark schwanken, so dass nicht nur die Chance, mit Aktien eine bessere "Verzinsung" zu erreichen, größer ist als bei manchen anderen Geldanlagen, sondern auch das Risiko, richtig viel Geld zu verlieren - vor allem, wenn man aus irgendwelchen Gründen zum falschen Zeitpunkt verkaufen muss.

Aktienkurse verändern sich wegen des Verhältnisses von Angebot und Nachfrage. Angebot und Nachfrage werden von vielen Ereignissen, Stimmungen und Vermutungen verändert: Von der aktuellen Verzinsung anderer Geldanlagemöglichkeiten, von der aktuellen Wirtschaftslage, den Prognosen, der Stimmung in der Wirtschaft und an der Börse, der Kauflaune der Verbraucher, von weltpolitischen Ereignissen und vielen anderen Faktoren mehr. Das aktuelle Interesse an Aktien wird weniger durch neue Technologien, Wirtschaftsentwicklungen und Märkte getrieben, sondern davon, dass andere Geldanlagen sehr wenig Zinsen bringen. Doch niemand weiß, wie lange das so bleibt, und niemand weiß, wann es wieder einen Börseneinbruch geben wird. Doch eines ist gewiss: Kurseinbrüche und Börsencrashs hat es immer gegeben und sie werden wieder kommen. Nach dem Crash ist vor dem Crash - die Frage ist, wie lange die Zeit dazwischen ist.

Dennoch sollte das niemanden davon abschrecken, in Aktien zu investieren. Krisen, geplatzte Blasen und andere Widrigkeiten gab es seit 1969 bzw. seit 1994 viele und dennoch stimmt die langfristige Wertentwicklung bei Aktien, wie die obigen Zahlen zeigen. Allerdings sollte man bei der Geldanlage in Aktien einige Regeln beachten.
Ungefährer DAX-Verlauf von 2003 bis 2013:
viele Möglichkeiten, Geld zu verlieren oder zu verdienen

Sechs goldene Regeln für die Investition in Aktien

  1. Aktien sollten nur einen Teil der Geldanlage ausmachen.
    Aktien sind chancen-, aber auch risikoreich. Daher sollte man nicht all sein Vermögen ausschließlich in Aktien investieren, sondern es, je nachdem wie viel es ist, wie alt man ist und wie bald das Geld gebraucht wird, in unterschiedlichen Anteilen auf Tagesgeld, Festgeld, Aktien/Aktienfonds, Immobilien, Gold und andere Geldanlagemöglichkeiten verteilen.
  2. Die Liquidität muss man immer im Blick haben.
    Bei der Planung seiner Geldanlagen, sollte man nicht nur die regelmäßigen Ein- und Ausgaben, sondern auch seinen Liquiditätsbedarf (wann man wie viel Geld flüssig haben muss) im Auge haben. Rücklagen für Notfälle oder die Zahnspangen der Kinder im nächsten Jahr, sollte man nicht in Aktien oder Aktienfonds anlegen, sondern lieber in Tagesgeld oder Festgeld mit kurzer bzw. passender Festlegung.
  3. Aktien und Aktienfonds als Langzeitinvestition
    Nicht kurzfristig zocken, sondern langfristig investieren, sollte das Motto sein. Wer sich den DAX-Chart der letzten 10 Jahre (-> z. B. bei Finanztreff oder oben grob skizziert) anschaut, sieht, dass man, auch wenn der DAX in diesen 10 Jahren stark gestiegen ist, durchaus zum falschen Zeitpunkt ein- und aussteigen und jede Menge Geld verlieren konnte.

    An der Börse geht es immer auf und ab, bei Aktien guter Firmen schaukelt sich der Kurs durch viele kleine Höhen und Tiefen nach oben. Doch nach stärkeren Kurseinbrüchen oder sogar einem Börsencrash kann es manchmal lange dauern, bis sich die Kurse wieder erholen. Damit man nicht in einer schlechten Phase verkaufen muss, sollte man nur Geld in Aktien anlegen, dass man lange nicht braucht.
  4. Niemals alle Eier in einen Korb legen
    Streuung (auch Diversifikation genannt) ist nicht nur für die gesamte Vermögens-/Geldanlagestrategie wichtig (siehe Punkt 1), sondern auch bei der Anlage in Aktien und Aktienfonds im Detail. Auch hier sollte man nicht alle Eier in einen Korb legen und nur Aktien einer Firma kaufen. Man erreicht eine gewisse Streuung, wenn man statt in Aktien einer Firma in einen weit streuenden Aktienfonds anlegt. Noch besser ist es, wenn man sein Geld auf verschiedene Aktienfonds verteilt oder in eine Mischung aus verschiedenen Aktien und Aktienfonds investiert.
  5. Keinen Geheimtipps trauen
    Jeder weiß, dass man bei Werbeversprechen vorsichtig sein muss. Keine Zähne blitzen so weiß, wie es in der Werbung gezeigt wird. Und auch kein Geldanlageprodukt hat nur positive Seiten. Höhere Chancen erkauft man sich immer mit einem höheren Risiko - daran sollten Sie denken, wenn ihnen auf Bannern im Internet 20 % Verzinsung angeboten wird. Fragen Sie sich immer: Wo ist der Pferdefuss? Wer hohe Zinsen verspricht, der hat nämlich oft keine billigere Möglichkeit, an Geld zu kommen, weil er keine so gute Bonität hat.

    Bei Werbeplakaten, Anzeigen in Zeitungen, Werbebannern auf Internetseiten und bei Telefonwerbung weiß man im Prinzip ja, dass es Werbung ist, und die Alarmglocken sollten automatisch laut läuten - das tun sie leider oft genug nicht, denn immer noch fallen viele Menschen auf Anlagetipps am Telefon herein.
    Schwieriger zu durchschauen sind Tipps in Börsenforen u. Ä. Sicher sind da einige unterwegs, die wirklich an die Aktie glauben, die sie öffentlich empfehlen, und denen es um Austausch mit anderen Hobbybörsianern geht, aber es sind in Börsenforen- und -chats und auch unter den Börsen-Newsletter-Versendern viele, die von der Manipulation anderer und "getriggerten Hypes" leben. Sie kaufen die Wertpapiere günstig, bevor sie sie laut überall empfehlen, und verkaufen sie, wenn genügend auf den Zug aufgesprungen sind und dadurch den Kurs nach oben getrieben haben. Doch dann beginnt das Kartenhaus einzustürzen. Die letzten beißen dann die Hunde. Gerade bei Pennystocks (Aktien mit sehr niedrigen Kursen) wird häufig in dieser Art versucht, zu manipulieren.

    Jeder hofft, auf einfache Weise zu mehr Geld zu kommen. Doch bei solchen Zockereien gewinnen ein paar wenige Hintermänner, während die Masse die Zeche bezahlt - ähnlich wie bei Multi-Level-Marketing. Entscheiden Sie sich lieber für seriöse Geldanlagen - auch das macht viel Spaß und man lernt dabei viel über Politik, Wirtschaft und Menschen.
  6. Niemals das Depot beleihen
    Manchmal glaubt man an eine bestimmte Aktie und möchte investieren, hat aber nicht mehr genug Geld. Die Banken springen da gerne ein und bieten an, das Depot zu beleihen. Geld verleihen ist das Geschäft der Banken - es ist nichts Schlechtes per se. Aber für den, der das Geld leiht, kann das teuer werden: Wenn bei einem Börsencrash der Börsenwert des Depots sinkt, ist der Kredit plötzlich möglicherweise nicht mehr gedeckt. Wenn man das Minus nicht sofort anderweitig ausgleichen kann, wird die Bank Aktien aus dem Depot verkaufen, bis das Verhältnis zwischen Depotwert und dem Depotkredit wieder stimmt. In einem Crash sind die Kurse allerdings kurzzeitig extrem schlecht und das Depot hat nur einen geringen Wert, die Kredithöhe bleibt jedoch gleich. Das bedeutet: Die Bank verkauft die Aktien zu schlechten Preisen (es bleibt ihr ja nichts anderes übrig), und der Anleger verliert richtig viel Geld.
Auch wenn es Risiken und Gefahren bei der Anlage in Aktien, sollte Sie das nicht davon abhalten, in Aktien und Aktienfonds anzulegen. Es ist interessant, macht Spaß und es bringt eine gute Rendite, wenn man langfristig und strategisch investiert.

Quellen und weiterführende Informationen
  • Geldanlage (tinto - Tipps und Themen für Verbraucher)
  • Die Welt der Börsen - Aktienmärkte im Langfristcheck (Stiftung Warentest/Finanztest 06/2013, S. 20 ff.) 



Beste-Geldanlage-Blog: Maximale Punktzahl

Der Beste-Geldanlage-Blog macht mit beim Blogger-Award "Smeil 2013" für Finanzblogger. Ich brauche eure Unterstützung!

Wählt den Beste-Geldanlage-Blog im Abstimmungstool. So gehts:
  1. Zum Abstimmungstool gehen -> Abstimmungstool
  2. Beste Geldanlage suchen und in das Kästchen links daneben klicken. Der Name des Blogs wird dann im oberen Bereich direkt über dem Button Abschicken eingeblendet. Wer mag, kann weitere Blogs auswählen. Die Reihenfolge bestimmt die Punktzahl (der erste gewählte Blog bekommt die meisten Punkte, der nächste einen weniger etc.). Will man einen Blog wieder entfernen, klickt man oben auf das x neben dem gewählten Blog.
  3. Am Ende noch die Felder Email und Captcha oben ausfüllen und auf Abschicken klicken. Fertig.
Vielen Dank für die Unterstützung!

Warum ihr den Beste-Geldanlage-Blog wählen sollt?

Das ist mein Blog: 
Mein Blog "Beste Geldanlage" ergänzt meine Informationsseiten rund um Geld & Börse. Bei beiden geht es um hilfreiche und zuverlässige Informationen für Privatanleger und Verbraucher jenseits vom neuesten Hype und unabhängig von den Interessen von Banken oder anderer Geldanlageprodukte-Anbieter. Denn: Jeden Monat werden neue Anlageprodukte kreiert und versucht, sie an den Anleger und Verbraucher zu bringen. Mal heißt es, Gold/Goldmünzen seien die beste und sicherste Geldanlage, dann sind es angeblich Zertifikate, kurz darauf heißt es, mit Immobilien könne man nichts falsch machen, und danach werden Unternehmensanleihen propagiert... Die Risiken werden dabei gerne unter den Tisch fallen gelassen und auch, dass der, der alles auf ein Pferd setzt, meistens Pech hat.

Ich möchte aufklären und verständlich weitergeben, was ich an der Börse und zum Thema Geldanlage in vielen Jahren gelernt habe.

Das bin ich:
Eva Schumann schreibt
für Beste Geldanlage
und Geldanlage & Börse
Ich bin Autorin ("Börse ganz einfach") und betreibe Themenwebseiten für Verbraucher - u. a. zum Thema Geld. Kaufmännische Kenntnisse habe ich u. a. durch eine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau, den Abschluss an der FOS Wirtschaft, kaufmännische Kurse an der Sabelschule und während des Gartenbau-Studiums gesammelt. An der Börse bin ich seit 1996 als Hobby-Börsianerin aktiv.

Mitmachen und Punkte vergeben!
Jetzt steht das Abstimmungstool und jeder User darf seine Stimme abgeben: seinem liebsten Finanzblog die maximale Punktzahl (entspricht der Zahl der teilnehmenden Blogs), indem er ihn als erstes anklickt, dem zweitliebsten einen Punkt weniger, dem drittliebsten zwei Punkte weniger etc.

Hier findet man:
Hier stimmt man ab:
  • Zum Abstimmungstool gehen -> Abstimmungstool und Beste Geldanlage anklicken!
Geht wählen: Maximale Punktzahl für Beste Geldanlage :-)


Sonntag, 20. Januar 2013

Erfreulich: börsengehandelte Indexfonds (ETFs) ohne Swaps

Als hätte man mich erhört: ETFs auf wichtige Indizes gibt es jetzt auch von einigen großen Fondsanbietern ohne Swaps - sprich: voll repliziert. 

ETF (exchange-traded fund) steht für börsengehandelter Fonds - meist werden unter ETFs jedoch speziell börsengehandelte Indexfonds verstanden, also Fonds, die einen Aktienindex wie beispielsweise den DAX nachbilden und die an der Börse wie Aktien gehandelt werden.

Indexfonds haben für Banken und Anleger den Vorteil, dass sie nicht von einem Fondsmanager gemanagt werden müssen - was Nebenkosten spart. Als börsengehandelte Fonds sind sie außerdem schnell zu handeln - man kann sie i. d. R. sofort kaufen oder verkaufen und muss nicht, wie bei manchen nicht börsengehandelten Aktienfonds, Tage warten, bis der Verkauf erledigt ist und man eine Abrechnung erhält.

Viele Fondsanbieter sind in den letzten Jahren dazu übergegangen, nicht die Bestandteile des Index tatsächlich zu kaufen (= physische Replikation oder volle Replikation), sondern nur die Wertentwicklung mit einem Swap oder Wertpapiere-/Swap-Konstruktionen künstlich nachzubilden. Der Swap ist eine Vereinbarung mit einer Partnerbank zum Wertausgleich.

Wer sich als Investor sieht, der sein Geld tatsächlich in den Unternehmen des gewählten Indexes investiert sehen und nicht nur wetten will, dem behagte diese Entwicklung überhaupt nicht, beziehungsweise wich er auf andere Anlagemöglichkeiten aus.

Nun haben sich einige der Fonds-Branchengrößen wie die Deutsche-Bank-Tocher db xtrackers und Lyxor dazu entschlossen, auch wieder voll replizierende ETFs in ihr Repertoire aufzunehmen. Lyxor will sogar auf Wertpapierleihe verzichten - eine andere beim Investor unbeliebte Gepflogenheit der Banken, die Aktienfonds und ETFs herausgeben und mit Wertpapierleihe nebenbei Geld verdienen. Allerdings sollte man bei jedem einzelnen Fonds, den man kaufen möchte, prüfen, ob er die im Index enthaltenen Aktien tatsächlich kauft und ob/wie er  Wertpapierleihe betreibt.

Quellen und weitere Informationen

  • Aktienfonds und ETFs (tinto - Tipps und Themen: Geld & Börse) 
  • Nicht jeder mag Swaps (Finanztest 1/2013, S. 21)