Dienstag, 18. August 2015

Mit Crowdinvesting in Start-ups investieren

Bisher konnten Privatanleger mit wenig Kapital nur zuschauen, wenn Beteiligungsgesellschaften mit ihrem Beteiligungskapital (Private Equity) beziehungsweise Wagniskapital (Venture Capital) Anteile an jungen Unternehmen erwarben und diese Anteile später mit Gewinn verkauften - zumindest, wenn es gut lief, was bei risikoreichen Anlagen nicht sicher ist. Crowdinvesting (anlageorientiertes Crowdfunding) bietet nun auch Privatanlegern die Möglichkeit, früh in junge Unternehmen mit Kapitalbedarf zu investieren und an deren Erfolg oder Misserfolg beteiligt zu werden. Dank des neuen Kleinanlegerschutzgesetzes ist Crowdinvesting nun auch transparenter.

Crowdfunding steht für die Finanzierung durch viele (Schwarmfinanzierung). Per Crowdfunding konnten 2014 in Deutschland 140 Millionen Euro aufgebracht werden, in Europa insgesamt 2.957 Millionen Euro.

Anlageorientiertes Crowdfunding (Crowdinvesting, Equity-based Crowdfunding)

Beim "klassischen" Crowdfunding finanzieren die Geldgeber eine Idee und erhalten als Gegenleistung ein Dankeschön (Spenden-Crowdfunding) oder nur einen symbolischen Wert zur Belohnung (Rewarded Crowdfunding) - beide zusammen konnten 2014 in Deutschland 23 Mio. Euro einsammeln. Beim Crowdlending werden auf Online-Kredit-Plattformen Peer-to-Peer-Kredite (P2P-Kredite) vereinbart - im Jahre 2014 betrug das Volumen in Deutschland 87 Millionen Euro.

Beim Crowdinvesting dagegen investieren viele Anleger in ein Start-up-Unternehmen oder ein Projekt, dem es an Kapital fehlt oder das als junges Unternehmen ohne Sicherheiten oft keine andere Möglichkeit hat, an einen Kredit zu kommen.

In Deutschland wurden im Jahr 2014 29,8 Millionen Euro als anlageorientertes Crowdfunding (Crowdinvesting) für die Finanzierung von Start-ups, neuer Geschäftsideen, junger Wachstumsunternehmen, Green Tech, erneuerbarer Energien und Immobilienprojekte eingesammelt.

Crowdinvesting bietet Investoren schon zu einem frühen Zeitpunkt die Möglichkeit, in Start-ups mit Kapitalbedarf einsteigen. Im Gegenzug beteiligen die Start-ups oder andere Investmentprojekte die Darlehensgeber
  • an ihren Gewinnen, 
  • am Erlös im Falle des Verkaufs 
  • und/oder sie zahlen einen festen Zins.
Ein weiterer Vorteil für das kapitalsuchende Unternehmen: Es gewinnt nicht nur Geldgeber, sondern schafft eine Community von möglichen Multiplikatoren.

Crowdinvesting-Plattformen mit standardisierten Prozessen und Unterlagen (Beispiele):

  • Seedmatch Crowdfunding für Startups
    Investitionen sind schon ab 250 Euro möglich. Wer investiert (natürliche Person oder Gesellschaft) erhält Zugang auf einen geschützten Investor-Relations-Bereich. Kapitalsuchende Unternehmen finden praktische Unterstützung, beispielsweise eine Pitch-Deck-Vorlage, die sie nur anpassen müssen. Seedmatch erhält 5 bis 10 Prozent Provision der Finanzierungssumme. Zu Seedmatch gehören auch
    • Econeers
      Geld für Energiewende-Projekte, Rechtsform: patriarchisches Nachrangdarlehen
    • Mezzany Projektfinanzierung für Immobilien
      Crowdbonds, verbriefte Wertpapiere (kommen ins Depot)
  • Fundsters  
  • Companisto  
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Kleinanlegerschutzgesetz (KASG)

Seit 10. Juli 2015 ist das Kleinanlegerschutzgesetz in Kraft. Damit soll der graue Markt transparenter werden. Der graue Markt ist ein Marktsegment für Anlageprodukte, die nicht über die (regulierte) Börse gehandelt werden. Beim Kleinanlegerschutzgesetz geht es vor allem darum, Privatanlegern die Risiken der am grauen Markt angebotenen Geldanlageprodukte bewusster zu machen, nachdem sie in den vergangenen Jahren wegen fehlendem Risikobewusstsein viel Geld - oft aus Idealismus - investiert und dann verloren haben (Stichwort Prokon).

Bei Crowdinvesting handelt es sich rechtlich meist um partiarische Nachrangdarlehen. Das sind Darlehen, bei dem der Darlehensgeber (Investor) über eine Gewinnbeteiligung für sein Risiko entschädigt wird. Der Darlehensgeber hat keinerlei Mitspracherecht (im Gegensatz zu den Investoren in normale Stammaktien von Aktiengesellschaften).

Die partiarischen Nachrangdarlehen zählen seit dem 10. Juli 2015 als Vermögensanlage. Das bedeutet: Der, der sich damit Geld beschaffen will, muss ab einer Fundingsumme von 2,5 Millionen Euro einen Wertpapierprospekt erstellen. Außerdem muss die Online-Werbung für Crowdinvesting-Projekte mit einem Warnhinweis auf das Risiko einer solchen Anlage versehen werden. Umgekehrt müssen Investoren, die mehr als 1.000 Euro investieren wollen, eine Selbstauskunft geben und das Vermögensanlagen-Informationsblattes, eine Zusammenfassung des Crowdfundingprojektes, elektronisch bestätigen.

Risiko von Nachrangdarlehen

Investitionen in Start-ups und Wachstumsunternehmen sind Risikoinvestments. Im schlechtesten Fall besteht die Gefahr des Verlustes der gesamten Investition. Nachrangdarlehen stehen bei einer Pleite hinter den Ansprüchen anderer Gläubiger. Eine Nachschusspflicht besteht bei Nachrangdarlehen jedoch nicht.

Das Risiko eines solchen Investments kann vermindert werden, indem man nur einen kleinen Teil seines Geldes auf diese Art investiert und es außerdem auf mehrere Start-ups/Projekte verteilt.

Mehr Informationen

Donnerstag, 18. Juni 2015

Einhörner in Europa - wer sind die Milliarden-Dollar-Start-up-Unternehmen?

Als Einhörner werden Start-up-Unternehmen bezeichnet, die mit über einer Milliarde US-Dollar bewertet werden. Von amerikanischen Einhörnern wird viel geredet, aber es gibt auch europäische – sogar vier in Deutschland. Das Investment- und Beratungsunternehmen GP Bullhound hat Technologie-Start-ups, die 2000 oder später gegründet wurden und ihren Hauptsitz in Europa haben, analysiert und Einhörner identifiziert.

Insgesamt hat GP Bullhound 40 europäische Einhörner ausgemacht. Das heißt: Seit der Untersuchung im Jahr davor sind es 10 mehr geworden – eigentlich 13, aber 3 sind aus dem Klub ausgeschieden.

Das wertvollste europäische Einhorn ist Skype mit einer Bewertung von etwa 8,5 Milliarden US-Dollar. Fast gleichauf liegt Spotify. Beide Unternehmen haben ihren Hauptsitz in Schweden. An dritter Stelle der Einhörner steht einer der Neulinge: Rocket Internet aus Deutschland mit einer Bewertung von knapp 8 Milliarden US-Dollar.

Das europäische Land mit den meisten großen Tech-Start-ups (17) ist Großbritannien, gefolgt von Schweden mit 6 Einhörnern. Deutschland liegt an dritter Stelle mit insgesamt 4 Einhörnern.
  Infografik: Woher Europas große Tech-Startups kommen | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Die 40 europäischen großen Tech-Start-ups findet man hauptsächlich in den Bereichen eCommerce, Software, Marketplace und Finanztechnologie (Fintech), etwas seltener im Bereich Spiele und Unterhaltung. 32 von ihnen sind verbraucherfokussiert, 8 haben Unternehmen als Kunden.

Welche Einhörner, große Tech-Start-up-Unternehmen, gibt es Deutschland? 

Die vier deutschen Tech-Start-up-Unternehmen mit einer Bewertung von über einer Milliarde US-Dollar sind:
  • Rocket Internet – mit knapp 8 Milliarden US-Dollar bewertet 
  • Zalando – mit etwa 6,9 Milliarden US-Dollar bewertet 
  • Delivery hero – mit über 2 Milliarden US-Dollar bewertet 
  • Home24 – mit über 1 Milliarde US-Dollar bewertet 
Bis auf Zalando sind die deutschen Tech-Start-up-Unternehmen erst seit Kurzen dabei.

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Wer sind die Investoren hinter den europäischen Einhörnern

GP Bullhound hat auch die hinter den Start-ups stehenden Investoren analysiert. An den meisten großen europäischen Tech-Start-ups sind europäische Investoren wie Index Ventures (10), Accel Partners (7), DST (6) und andere beteiligt. Acht Einhörner hatten amerikanische Start-up-Investoren.

Die neue Generation europäischer Einhörner hat jedenfalls wesentlich mehr Kapital generieren können als die vor ihnen.

Richtig beeindruckende Wertsteigerungen erreichen die Tech-Start-ups aber erst im Falle eines so genannten Liquidity Events, einer Verschmelzung mit einem anderen Unternehmen (Merger), einem Kauf, Verkauf oder dem Börsengang. Besonders erfolgreich sind da auf Endkunden ausgerichtete Tech-Start-ups im Vergleich zu Unternehmens-Tech-Start-ups.

Durchschnittlich vervierundfünfzigfacht sich das in die Einhörner investierte Kapital (Average Return of Investment: 54x).

Wer allerdings damit liebäugelt, selbst (direkt oder über Umwege) in Tech-Start-ups zu investieren, sollte sich bewusst sein, dass man vorher nie mit Sicherheit weiß, wo die Reise hingeht (die wenigsten Start-ups entwickeln sich zu Einhörnern), und dass es einen Grund dafür gibt, warum man in Start-up-Unternehmen investiertes Geld RISIKO-Kapital nennt.

Quelle und weitere Informationen 

Montag, 4. Mai 2015

In Marihuana investieren?

Im Marihuana-Rausch scheinen manche Anleger zu sein, könnte man meinen, wenn man in Börsen-Foren und auf Cannabis-Information spezialisierten Webseiten mitliest. Sie wittern „The Next Big Thing“, das nächste große Geschäft, seit Cannabis in manchen Ländern und einigen US-Bundesstaaten legalisiert oder zumindest die Anwendung als medizinisches Marihuana beispielsweise zur Unterstützung der Krebs- und Schmerztherapie ermöglicht wird.

Der Wunsch der Anleger, sich am Cannabis-Boom zu beteiligen, wird von den Unternehmen der neuen Industrie rund um Cannabis bedient und auch bewusst geweckt. Zur Cannabis-Branche gehören Produktion, Forschung, Weiterverarbeitung, Vertrieb, Ausrüstung und Dienstleistungen für die Produktion, Zubehör für die Anwendung, Shops, Fachmedien, Fach-Social-Media und vieles mehr.

Aktiengesellschaften werden gegründet und deren Aktien außerbörslich („over the counter“, OTC-Handel) oder an Börsen gehandelt. Denn da sich die Banken wegen der sich derzeit noch in Bewegung befindlichen Rechtslage mit der Kreditvergabe an Unternehmen der Cannabis-Industrie schwertun, müssen sich die Unternehmen anders Geld beschaffen – außer bei Aktionären bei Private-Equity-Firmen wie dem
  • Founders Fund (investierte indirekt über Privateer Holdings), 
  • Dutchess Capital Management (investierte in 400 Unternehmen einschließlich MassRoots, einer Community-App für Cannabis-Nutzer), 
  • High Times (Livestyle-Magazin, will den High Times Growth Fund auflegen) und 
  • Emerald Ocean Capital (sammelt Geld für entsprechende Investments  ein). 
Ebenfalls auf der Suche nach Cannabis-Investoren ist Pioneer Cannabis Hedge, ein Hedgefonds der Investmentfirma Poseidon Asset Management.



Dass ausgerechnet Peter Thiel, der durch seine Paypal- und Facebook-Investment-Erfolge bekannt wurde, andererseits laut Wikipdia eher die Republikaner unterstützt, mit dem Founders Fund in die Private-Equity-Firma Privateer Holdings investierte, befeuerte das Interesse der Anleger erneut. Privateer Holdings ist ein „Marihuana-Konglomerat“ bestehend aus Leafly.com (Online-Bewertungsportal für Marihuana mit monatlich im Schnitt vier Millionen Nutzern), Marley Natural (Cannabis-Produkte aus Jamaika), Tilray (Konzern für medizinisches Marihuana).

Dabei weiß niemand, wie groß der Cannabis-Markt wirklich ist. Die Schätzungen für den US-Markt variieren von 10 bis 120 Milliarden US-Dollar. Der Unternehmer Brendan Kennedy, Mitbegründer und Chef von Privateer Holdings, schätzt den weltweiten Markt auf etwa 150 bis 200 Milliarden Dollar.

Andere wie Mark Kleiman, Professor an der UCLA Luskin School of Public Affairs und Co-Autor des Buches „Marijuana Legalization: What Everyone Needs to Know“ („Marihuana Legalisierung: Was jeder wissen muss“), warnen vor einer Spekulationsblase.

Die US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) mahnt an, dass manche Unternehmen mit falschen Renditeversprechen locken. Sie gingen bei Ihren Rendite-Berechnungen von den alten Schwarzmarktpreisen aus, aber die Preise würden sinken.

Grundsätzlich ist die gesetzliche Lage noch sehr unsicher – man weiß nicht, was morgen wo erlaubt sein wird. Cannabis- Unternehmen in den USA können selbst in einem der Bundesstaaten mit Legalisierung (aktuell Alaska, Colorado, Washington und demnächst Oregon) kaum ein Konto eröffnen, weil die Banken Angst haben, vom Bund, der Marihuana (noch) nicht legalisiert hat, Schwierigkeiten wegen Förderung des illegalen Drogenhandels zu bekommen. Außerdem weiß niemand, was nach den nächsten amerikanischen Präsidentschaftswahlen sein wird.

Und wie erfolgreich ein Unternehmen ist, hängt letztendlich nicht nur von ihm selbst, sondern auch von der jeweiligen Konkurrenzsituation, die wiederum vom Lizenzvergabe-System, der gesamten Wertschöpfungskette und vielem mehr ab. Der Markt ist aktuell kaum zu überblicken und nicht einschätzbar.

In den amerikanischen Cannabis-Markt über eine deutsche Beteiligungsfirma investieren

Gerade frisch in den Trend eingestiegen ist die Deutsche Cannabis AG (WKN: A0BVVK). Die Deutsche Cannabis AG war früher die F.A.M.E. AG, die mit Fotovoltaik 2013 fast in die Insolvenz ging, den Antrag aber zurückzog und Ende 2014 in die Cannabis AG umfirmierte. Nun beteiligt sie sich an Unternehmen der Cannabis-Industrie in den USA. Die Aktien der Cannabis AG werden an den Börsen in Frankfurt, München, Berlin, Düsseldorf sowie bei Lang & Schwarz (OTC-Handel) gehandelt. Der Kurs liegt mit etwa 0,61 bis 0,70 Euro aktuell im Penny-Stocks-Bereich.

Der Marihuana-Rausch vom Vorjahr ist bei vielen einem Kater gewichen

Schon letztes Jahr ging es zu wie seinerzeit beim Goldrausch, doch viele der Träume vom Reichwerden mit Cannabis sind schon in Rauch aufgegangen.

Es gibt jede Menge Aktien aus der Marihuana-Produktions- und –Dienstleistungsbranche, die letztes Jahr noch bei Anlegern heiß begehrt waren, inzwischen eine Achterbahnfahrt hinter sich haben und oft unter ihre Einstiegspreise an deutschen Börsen gefallen sind. Je nachdem, wann man ein- und (nicht) ausgestiegen ist, hat man als Anleger viel Geld verloren.
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Beispiele für Cannabis-Börsenstars - die meisten schon vom Himmel gefallen:

Cannabis sativa (WKN: A1W820; Börsen: Stuttgart, Berlin, München)
Das US-Unternehmen für Cannabis-Produkte wird in den USA over the counter (OTC) und nicht an der Börse gehandelt. Es startete an deutschen Börsen Anfang 2014 bei ca. 7,20 Euro, stieg bis auf 11,42 Euro, fiel dann bis auf 3 Euro und ist aktuell bei 3,20 Euro. http://www.cannabissativainc.com

Advanced Cannabis Solutions (WKN: A1XBY8; Börsen: Stuttgart und München)
Advanced Cannabis Solutions bietet Dienstleistungen für lizensierte Marihuana-Anbauer. Gegründet wurde das US-Unternehmen 2013. Es will sich demnächst in General Cannabis Corporation umbenennen. In den USA werden die Aktien OTC gehandelt, an deutschen Börsen kann man sie seit Anfang 2014 an der Börse kaufen - zuerst lag der Kurs bei etwa 5 Euro, im Hoch bei 32,29 Euro. Inzwischen ist der Aktienkurs auf 0,82 Euro runtergeknallt und liegt aktuell bei ca. 3,34 Euro. http://www.advcannabis.com

Cannavest (WKN: A1XBW7; Börsen: Stuttgart, Berlin, München)
Gegründet wurde das US-Unternehmen für Cannabis-Forschung und -Produkte 2010 als Foreclosure Solutions. Der Name wurde Anfang 2013 in CannaVEST geändert. Die Aktie wird in den USA OTC gehandelt. An deutschen Börsen ist sie seit Anfang 2014 handelbar - gestartet bei etwa 55 Euro, im Hoch bis auf 139,77 Euro gestiegen, auf 1,56 Euro gefallen und aktuell bei 1,81 Euro. http://cannavest.com

Growlife (WKN: A1J2QY; Börsen: Stuttgart, Berlin, München)
Growlife ist ein US-Unternehmen für die technische Anbauer-Ausstattung (Hydroponik-System, Licht etc.), dessen Aktie in den USA OTC gehandelt wird. Gestartet ist es an deutschen Börsen Anfang 2014 bei etwa 0,25 Euro, dann im Hoch bis auf 0,57 Euro gestiegen, dann zurück auf LOS auf 0,02 Euro abgestürzt und steht aktuell bei 0,02 Euro. http://growlifeinc.com/

Cannabis Science (WKN: A0RM6Z; Börsen: Stuttgart, Berlin, München)
US-amerikanisches Biotech-Unternehmen für medizinische Cannabis-Produkte, dessen Aktie in den USA OTC gehandelt wird. Ist an deutschen Börsen Anfang 2014 bei etwa 0,07 Euro gestartet, im Hoch bis auf 0,21 Euro gestiegen, dann auf 0,03 Euro gefallen und steht aktuell bei 0,03 Euro. http://www.cannabisscience.com

Naturally Splendid Enterprises (WKN: A1W8HG; Börsen: Frankfurt und Stuttgart)
Das kanadische Biotechnologie-Unternehmen für Hanfprodukte für medizinische Anwendung, Nahrungsergänzung und Ähnliches wurde Anfang 2008 gegründet und ging 2013 an die kanadische Börse. Seit Anfang 2014 werden die Aktien an deutschen Börsen gehandelt. Sie starteten bei 0,13 Euro, fielen auf unter 0,10 Euro, stiegen dann auf 0,72 und stehen jetzt bei 0,46 Euro. http://www.naturallysplendid.com

Vodis Innovative Pharmaceuticals (WKN A119H9; Börsen: Frankfurt und Stuttgart)
Das kanadische Unternehmen für die Produktion von medizinischem Cannabis wurde 2013 gegründet, ist im OTC Markt und wird seit Mitte 2014 an obigen deutschen Börsen gehandelt. Die Achterbahnfahrt begann bei 0,25 Euro, stieg auf 0,45 Euro, dann ging es runter bis 0,06 Euro. Aktuell steht der Kurs bei 0,30 Euro – immerhin etwas im Plus im Vergleich zum Kurs bei Beginn an deutschen Börsen. www.vodis.ca

Wer mehr über die oben genannten Unternehmen wissen möchte, kann auf ihren Webseiten und bei https://finance.yahoo.com recherchieren. Man sollte sich aber auch bei www.finanztreff.de oder anderen deutschen Börsenplattformen die Kurswegungen als Euro-Charts anschauen, um klar zu sehen, auf welche Karussellfahrt sich Anleger da eingelassen haben. Die meisten dieser Aktien sind (inzwischen) so genannte Penny-Stocks – Aktien, die nur einen sehr geringen Stückpreis haben und deshalb auch gerne von Zockern gekauft werden. Bei gleichzeitig niedriger Marktkapitalisierung lassen sich ihre Kurse leicht manipulieren. Es besteht für Anleger die Gefahr, von schwarzen Schafen abgezockt zu werden. Die decken sich günstig ein, manipulieren den Kurs langsam nach oben, schreiben in den Börsenforen über Trendwenden oder sonstiges Blabla. Wenn die Masse dann aufspringt und der Kurs dadurch richtig steigt, verkaufen sie. Die letzten, die aussteigen, beißen dann die Hunde.

Fazit

Wenn man sich als Anleger für den Cannabis-Markt interessiert – sei es für Cannabis in der Medizin, Ernährung, Wellness oder Cannabis als Genuss-/Rauschmittel -, sollte man sich bewusst sein: Investments in die Cannabis-Branche sind äußerst risikoreich. Die Rechtslage in den Ländern beziehungsweise in den US-Bundesstaaten ist noch in Bewegung. Außerdem erinnere man sich: Bei jedem Goldrausch machen sich viele auf den Weg, aber am Ende sind es nur wenige – und oft völlig andere -, die als Gewinner übrig bleiben.

Gerade in der jetzigen Phase ist es schwierig, herauszufinden, wo die richtigen Geschäftsmodelle mit den richtigen Lenkern gepaart sind und ob diese ein günstiges Marktumfeld haben.

Genauso schwierig ist es, zu entscheiden, welche Angebote seriös und welche es nicht sind.

Man sollte mit allen Tipps in Börsenforen oder von Interessensgruppen vorsichtig sein und bei solch risikoreichen Anlagen niemals mehr Geld einsetzen, als man sich leisten kann, zu verlieren.

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Quellen und weiterführende Informationen

Disclaimer:
Die hier genannten Aktien oder andere Anlageprodukte sind keine Empfehlungen. Außerdem übernehme ich keine Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Informationen. Bitte beachten Sie auch die anzuwendende Gesetzgebung zu Cannabis.

Samstag, 18. April 2015

Staatsanleihen trotz Negativzinsen?

Staatsanleihen von Staaten mit hoher Bonität kosten derzeit Negativzinsen. Trösten kann da nur die niedrige Inflationsrate. 

Staatsanleihen sind für viele Anleger (beispielsweise Pensionskassen, Versicherungen, Investmentfonds und direkt/indirekt auch Privatanleger) ein wichtiges Standbein einer diversifizierten Geldanlage - vor allem für den Teil, wo es um Vermögenserhalt (im Gegensatz zur risikoreicheren Vermögensvermehrung) geht.

Staatsanleihen gibt es mit verschiedenen Laufzeiten und unterschiedlicher Verzinsung. Bei der Staatsanleihe leiht der Anleger dem ausgebenden Staat Geld. Einige Staaten müssen hohe Zinsen bieten, damit ihnen jemand Geld leiht - je schlechter die Bonität (Kreditwürdigkeit) des Landes und je höher das Risiko für den Anleger, desto höher die Zinsen, mit denen dieser Staat den Anleger locken muss.

Durch den aktuell niedrigen Leitzins (0,05 Prozent), den die Europäische Zentralbank (EZB) vorgibt, ist die Verzinsung von Staatsanleihen im Durchschnitt niedriger als früher bei höherem Leitzins. So sollen sich die schwachen Staaten erholen können, da sie nicht mehr so hohe Zinsen zahlen müssen, damit ihnen jemand Geld leiht. Aber Staaten mit hoher Bonität müssen inzwischen fast gar keine Zinsen zahlen oder können sogar Negativzinsen verlangen.

Zu diesen Ländern mit eher hoher Bonität gehören die Schweiz, Finnland, Deutschland, Österreich, Belgien, die Niederlande, Frankreich und das Vereinigte Königreich. Hier eine Liste mit der aktuellen Benotung  ihrer Kreditwürdigkeit durch die Rating-Agenturen (Quelle: tagesschau.de)

Land  Bonität durch Rating-Agentur
S&P     Moody's  Fitch
Schweiz AAA     Aaa  AAA
Finnland AA+     Aaa  AAA
Deutschland AAA     Aaa  AAA
Österreich AA+     Aaa  AA+
Belgien AA     Aa3  AA
Niederlande AA+     Aaa  AAA
Frankreich AA     Aa1  AA
UK AAA     Aa1  AA+


Hier eine Tabelle von Statista, bei welcher Laufzeit diese Staaten negative (rot) oder positive Zinsen (grün) verlangen können/bieten.


Infografik: Zinssatz von Staatsanleihen | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Eine Gefahr der Niedrigzinspolitik: Die niedrigen Zinsen treiben viel Geld in die Aktienmärkte und in Immobilien, was bei beiden längerfristig eine Blasenentwicklung auslösen könnte. Eine Korrektur am Aktienmarkt wie vergangene Woche, die die Glücksritter erschreckt, kann man da nur begrüßen.

Wer aber (einen Teil seines Geldes recht) sicher in Staatsanleihen dieser hoch kreditwürdigen Staaten anlegen muss, weil es kaum renditestärkere sichere Alternativen gibt, kann sich aber damit trösten, dass wir derzeit durch den niedrigen Ölpreis kaum Inflation haben, welche sonst den Wert des Ersparten nach und nach weggefressen hat: Für März 2015 gab das Statistische Bundesamt einen Schätzwert für die jährliche Inflation von 0,3 % an.

Auch wer einen Kredit aufnehmen muss, kann sich über vergleichsweise niedrige Zinsen freuen - sollte aber im Hinterkopf haben, dass sich die Zeiten auch wieder ändern können und dass man dann die Anschlussfinanzierung auch noch stemmen können muss.

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Siehe auch: Nah an der Null (Süddeutsche Zeitung)

Donnerstag, 22. Januar 2015

Banking on Values - wertebasiertes Banking

Es gibt ein weltweites Netzwerk alternativer Banken - Banken, die mit ihrer Bankgeschäftstätigkeit nachhaltige Entwicklungen unterstützen wollen. Sie haben sich zu einer Allianz - der Global Alliance for Banking on Values (GABV) - zusammengeschlossen.

Die GABV will eine sozial, ökologisch und ökonomisch nachhaltige Alternative zum globalen Finanzmarkt entwickeln. In ihrer Funktion als Kreditgeber unterstützen die dazugehörenden Banken Vorhaben, die in ökologischer, sozialer oder kultureller Hinsicht einen positiven gesellschaftlichen Beitrag leisten.



Dies sind die zur GABV gehörenden Banken in alphabetischer Reihenfolge:

Affinity Credit Union (Kanada)
Alternative Bank Switzerland (Schweiz)
Assiniboine Credit Union (Kanada)
Banca Etica (Italien)
Baco Fie (Bolivien)
BancoSol (Bolivien)
bankmecu (Australien)
Beneficial State Bank (USA)
BRAC Bank (Bangladesh)
Centenary Bank (West Uganda)
Clean Energy Development Bank (Nepal)
Crédit Coopératif (Frankreich)
Cultura Bank (Norwegen)
Ecology Building Society (UK)
First Green Bank (USA)
GLS Bank (Deutschland)
Merkur Cooperative Bank (Dänemark)
Mibanco (Peru)
New Resource Bank (USA)
SAC Apoyo Integral (El Salvador)
Sunrise Banks (USA)
Triodos Bank (Niederlande)
Vancity (Kanada)
Vision Banco (Paraguay)
XacBank (Mongolei)

Die Banken der GABV müssen folgende Kriterien erfüllen:
  • unabhängige und lizensierte Banken mit dem Fokus auf Kleinabnehmer sein,
  • eine Jahresbilanz von mindestens 50 Mio. US-Dollar aufweisen,
  • sich dem sozialen Banking, den Menschen, dem Planeten und dem Gewinn verpflichtet sehen.
Am 23. Oktober 2014 war internationaler "Global Banking On Values-Day". MitarbeiterInnen der 25 zur GABV gehörenden Banken zeigten unter dem Hashtag #bankingonvalues in den sozialen Netzen, warum ihnen werteorientiertes Bankgeschäft wichtig ist. 2015 will man eine ähnliche Aktion durchführen.

Siehe auch

Donnerstag, 8. Januar 2015

Social Trading - und die Suche nach der besten Geldanlage

Ideen für die Geldanlage holte man sich früher beim Anlageberater oder fand sie auf Anlegermessen, über Börsensendungen in TV, Radio und Internet, in Börsenzeitungen, Wirtschaftsmagazinen, Börsen-Newslettern, in den Wirtschaftsteilen von Zeitungen und/oder in Börsenforen. Für manche noch neu ist das Handeln in Gesellschaft, genannt Social Trading. Ich wollte wissen: Findet man beim Social Trading die beste Geldanlage oder wenigstens eine gute?

Social Trading klingt für deutsche Ohren nach etwas Sozialem im Sinne von Wohltätigkeit. Aber "social" bedeutet in diesem Zusammenhang eher "in Gesellschaft", "gesellig" oder "miteinander".

Wie bei den meisten Social-Media-Plattformen, handelt es sich auch bei den Social-Trading-Plattformen um Geschäftsmodelle der Plattformbetreiber, die darauf aufbauen, dass Menschen gesellige Wesen sind, die sich gerne austauschen. Und so wie Social-Media-Plattformbetreiber mit den Inhalten und dem Verhalten der Nutzer Geld verdienen, tun das Social-Trading-Plattformen mit Menschen, die ihre Anlageideen anderen vorstellen möchten, und denen, die sich dies anschauen und eventuell gleich in diese Strategie investieren wollen. Weil die Popularität der Social-Trading-Plattformen mit erfolgreichen (und prominenten) Signalgebern steht und fällt, gibt es Belohnungen für die, die ihre Popularität einsetzen, erfolgreiche Strategien veröffentlichen und "Follower" gewinnen bzw. zu Investitionen anregen.

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Laut Wikipedia ist Social Trading "eine Form der unregulierten Anlageberatung und Vermögensverwaltung für Privatanleger". Andere wiederum reden von der Schwarmintelligenz, doch bei dem Begriff muss ich immer an die Millionen Fliegen denken, die angeblich beweisen, dass manches Unappetitliche doch schmeckt - für mich ist Schwarmintelligenz nicht per se ein Grund, etwas zu essen oder meine Ersparnisse dafür zu riskieren - nicht zuletzt, weil an der Börse Timing eine wichtige Rolle spielen kann.

Schön ist es aber tatsächlich, anderen Tradern oder Anlegern über die Schulter zu schauen und sich mit ihnen auszutauschen - um festzustellen, welche Strategien sie anwenden, welche Wertpapiere sie kaufen, um die anvisierten Strategien umzusetzen, wie ihr Timing ist und wie sie ihre Entscheidungen kommentieren. Aber das gab es auch schon in den alten Börsen-Fernsehsendungen wie beispielsweise der 3SAT-Börse sowie in den Börsen-Foren und -Communities wie beispielsweise in den alten AOL-Börsenforen, den Börsen-Communities von wallstreet-online.de oder früher bei bizcity.de.

Auf Social-Trading-Plattformen geht es noch einen Schritt weiter: Wer will, kann direkt selbst mit Geld einsteigen und Wertpapiere kaufen oder Kontrakte eingehen.

Top-Tradern auf der Social-Trading-Plattform "folgen"

Wer sich von den Anlageideen anderer auf Social-Trading-Plattformen inspirieren lässt und sie in sein normales Depot als Aktienkauf o. Ä. einfließen lässt, kann vielleicht als Investor davon profitieren, aber die "Follower"/Nachmacher, die in die Strategie eines Traders direkt auf der Social-Trading-Plattform investieren wollen, können dort nicht Aktien oder Fonds real kaufen, sondern nur Zertifikate (bei Wikifolio) oder Contracts for Difference (CFDs – bei Ayondo oder eToro) eingehen, die eine Entwicklung nachbilden und/oder hebeln.

Bei Zertifikaten besteht grundsätzlich ein Emittentenrisiko (im Gegensatz zu in Aktienfonds angelegtem Geld, ist das Geld, das in Zertifikaten steckt, nicht vor der Emittentenpleite geschützt). Und CFDs sind sowieso extrem risikoreiche Hebelprodukte, die auf eine Bewegung wetten.

Es heißt manchmal, dass auf Social-Trading-Plattformen die Transparenz größer sei, als bei dem, was angebliche Börsengurus in ihren Newslettern erzählen. Aber davon bin ich noch nicht überzeugt, da die Kurse und Spreads der Social-Trading-Plattformen meines Wissens außerhalb des regulierten Marktes festgelegt und von niemandem überprüft werden. 

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Social Trading Plattformen (Beispiele)

Wikifolio
Wikifolio ist derzeit bei uns die populärste Social-Trading-Plattform. Wikifolio hat seinen Firmensitz in Wien. Laut einem Ende 2013 bei Social Banking 2.0 veröffentlichten Interview mit dem Gründer Andreas Kern gehört Wikifolio ihm und der Beteiligungsgesellschaft der Verlagsgruppe Handelsblatt (diese hält über 25 Prozent an dem Unternehmen), darüber hinaus sind das Wiener Beteiligungsunternehmen Speedinvest, mehrere Business Angels, Mitarbeiter sowie die Lang & Schwarz (letztere mit 5 Prozent) beteiligt.

Registrierte Nutzer können ein Wikifolio erstellen - eine Art Musterportfolio - und an diesem mit "Spielgeld" in der Größenordnung ihrer Wahl ihre Strategie vorführen. Allerdings beeinflusst dieser virtuelle Handel nicht die Kauf- und Verkaufskurse in der Art, wie es im realen Handel Bid und Ask tun. Die Auswahl an Wertpapieren, aus denen der Wikifolio-Ersteller wählen kann, ist zudem beschränkt auf die Werte des außerbörslichen Handelsplatzes bei Lang & Schwarz - darunter sind Aktien, börsengehandelte Indexfonds, Fonds und strukturierte Produkte wie Optionsscheine, Bonuszertifikate, Knock-Out-Produkte und Discountzertifikate, aber natürlich nicht alle, die es gibt. Ich konnte beispielsweise in einem Selbstversuch mein reales privates Depot gar nicht abbilden, weil ein Drittel meiner Wertpapiere (Aktien, Aktienfonds und ETFs) auf der Wikifolio-Plattform bzw. bei Lang & Schwarz nicht vorhanden war.

Trader, die ihr Wikifolio veröffentlichen und deren erfolgreiches Wikifolio dann als Zertifikat von Lang & Schwarz umgesetzt wird, erhalten 30 bis 50 Prozent dessen als Erfolgsprämie, was sie als Leistungsvergütung ("Performance Fee") für ihr Wikifolio festgelegt haben. Eine Auszahlung kann der Trader dann für Beträge über 100 Euro beantragen.

Wer als Follower in das Wikifolio eines erfolgreichen Traders bei Wikifolio.com investieren will, kann ein Zertifikat kaufen, das die Wertentwicklung des Wikifolio-Portfolios abbildet. Zertifikate sind keine Investitionen, wie es Aktien sind, durch deren Kauf man Miteigentümer einer Aktiengesellschaft wird und dann entsprechende Rechte hat. Bei Zertifikaten besteht die Möglichkeit des Totalverlustes bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten ("Emittentenrisiko"). Emittent der Zertifikate ist bei Wikifolio, wie schon erwähnt, immer Lang & Schwarz, Börsenplatz ist die Börse Stuttgart - damit kann man die Zertifikate über jede Bank kaufen oder eben direkt bei Lang & Schwarz. Einige der Wikifolio-Zertifikate werden inzwischen auch von Direktbanken wie S-Broker oder Comdirect als Sparplan angeboten.

Die Käufer der Zertifikate zahlen neben der Performance Fee von 5 bis 30 Prozent auch eine Zertifikategebühr von knapp 1 Prozent pro Jahr und tragen, wie schon erwähnt, das Emittentenrisiko.

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Ayondo
Ayondo gehört zum Investitionsmix der Next Generation Finance Invest AG (NextGFI), welche eine börsennotierte Beteiligungsgesellschaft mit Sitz in Zug (Schweiz) ist. Ayondo Markets Limited in London ist für die Trade- und Orderausführungen zuständig, die Social Trading Dienstleistungen werden durch die Ayondo GmbH mit Sitz in Frankfurt erbracht. Finanziell unterstützt wird die Ayondo-Holding von Luminor, einer in Singapur ansässige Private Equity Gruppe. Möglicherweise gibt es weitere Beteiligte.

Ayondo wendet sich an Trader ("besonders aktive Anleger"). Gehandelt werden Contracts for Difference (CFD) auf Indizes, Rohstoffe, Währungen, Einzelaktien - auf steigende oder fallende Kurse. Die Trader, die selbst erfolglos sind (und das sind etwa 80 bis 95 Prozent der Trader), können sich an sogenannte Top-Trader (Signalgeber) hängen und hoffen, dass sie dann ihr Geld nicht verlieren. Als ein derartiger "Follower" muss man sein eigenes Brokerkonto bei Ayondo Markets eröffnen und es mit den Trading-Signalen eines oder mehrerer Top-Trader verbinden. Vertragspartner für den Nutzer bei Ayondo Auto Execution (automatische Ausführung) ist die DonauCapital Wertpapier AG in Ruderting.

Ein Top-Trader erhält eine Kommission von Ayondo. Bezahlt werden Ayondo, Ayondo Markets, die DonauCapital Wertpapier AG und der Signalgeber (der Top-Trader) aus den Spreads - den Unterschieden zwischen An- und Verkaufspreisen. Die Spreads variieren je nach Währung, Tageszeit, Volatilität etc. Insofern sind alle Beteiligten daran interessiert, dass möglichst viele Trades durchgeführt werden. Einfluss nehmen kann aber nur der Signalgeber. Er wird versuchen, möglichst viele Follower zu finden und möglichst viele Trades durchzuziehen.

eToro
Auch bei eToro* werden CFDs gehandelt. Signalgeber ("beliebte Investoren") erhalten eine Vergütung abhängig von der Anzahl der "qualifizierten Kopierer". Es gibt eine Erlösbeteiligung für jeden angeworbenen Trader und Erstattungen für einen Teil seines Spreads. Für alle Trader gibt es ein Belohnungssystem für angeworbene Freunde.
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Weitere Social-Trading-Plattformen sind beispielsweise United Signals und Zulutrade.

Meine persönliche Meinung

Social-Trading-Plattformen sind interessant, um sich Strategie-, Fonds- oder Aktienideen anzuschauen (beispielsweise bei Wikifolio), aber auch, um als Zaungast zu beobachten, wie schnell sich extremer Erfolg eines Traders in totalen Misserfolg wandeln kann - wenn der Erfolg auf einer einseitigen, risikoreichen Anlagestrategie gründete.

Einem Trader "zu folgen", in dem Sinne, dass man seine Zertifikate oder CFDs kauft, hat meiner Meinung nach gar nichts mit Investieren im eigentlichen Sinn zu tun, sondern nur mit Wetten und Zocken. Wegen der Risiken und wegen der fehlenden Aktionärsrechte ist selbst das erfolgreichste Zertifikat in meinen Augen langfristig nicht die beste Geldanlage.

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Disclaimer:
Trotz sorgfältiger Recherche kann ich keine Garantie für Richtigkeit, Vollständigkeit und Genauigkeit der Informationen geben.

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