Freitag, 16. Februar 2018

Bitcoin und Ether/Ethereum - worin unterscheiden sie sich?

Bitcoin und Ether sind die beiden bekanntesten und verbreitetsten von inzwischen vielen hundert Kryptowährungen. Bitcoin wurde 2009, Ether 2015 eingeführt.


Bitcoin und Ether sind beide dezentrale Währungen, es gibt bei beiden keine Zentralbank oder Mittler, denen man vertrauen muss. Die Sicherheit liefert die Blockchain-Technologie selbst - beim Bitcoin ist es die Bitcoin-Blockchain, bei Ether ist es die Ethereum-Blockchain-Plattform.

Beide Systeme sind öffentlich, man braucht keine Einladung oder Genehmigung von einer Institution, sondern Nutzer "kommunizieren" mit der Blockchain mittels einer Anwendungssoftware. Einmal gespeicherte Transaktionen kann niemand nachträglich verändern, denn sie werden verschlüsselt in aufeinander aufbauende Blöcke einer Blockkette geschrieben, die wiederum in Kopie auf vielen Rechnern in einem Peer-to-Peer-Netzwerk liegt.

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Bitcoin versus Ether/Ethereum

Die Bitcoin-Blockchain wird nur für die Währung Bitcoin genutzt und wurde nur dafür geschaffen. Bitcoin Miner ("Schürfer") schaffen neue Bitcoins, indem sie Transaktionen zu Blocks bündeln. Dafür müssen sie als Nachweis (Konsens-Algorithmus, Consensus Protocol) komplizierte Verschlüsselungsaufgaben lösen ("Proof of Work"), was große Rechnerleistung benötigt und viel Energie verbraucht - wofür der Bitcoin kritisiert wird.

Ethereum wurde nicht ausschließlich für die Währung Ether entwickelt, sondern ist eine offene Blockchain-Plattform und die Basis für viele völlig andere Projekte als die Ether-Währung,  beispielsweise
  • Vevue: Bitcoins mit Restaurant-/Hotelfotos verdienen, 
  • Etheria: virtuelle Welt, 
  • KYC-Chain: Identitätsverwaltung, 
  • 4G Capital: Zugang zu Kleinkrediten in Afrika, 
  • Eth-Tweet: Microblogging, 
  • WeiFund: Crowdfunding-Lösung, 
  • Ampliative Art: Künstlerplattform,
  • Bitnation (seit 2014 auf Ethereum): Open-Source Governance. 
Der Konsens-Prozess der Schürfer wird im Ethereum-System derzeit ebenfalls noch durch "Proof of Work" hergestellt, soll in Zukunft aber nach und nach durch ein Proof-of-Stake-System namens Casper ersetzt werden, welches weniger energieaufwendig sein soll. Bei "Proof of Stake" stecken als Validatoren bezeichnete Miner ihr Geld nicht in teure Rechner und Strom, sondern ins System. Machen sie beim Validieren Fehler, ist ihr "Pfand" futsch (Details bei Proof of Stake dank Casper: die Zukunft vom Ethereum).

Bei der Bitcoin-Blockchain ist die maximale Größe eines Blocks auf ein Megabyte begrenzt und die Währung stößt bereits an ihre Kapazitätsgrenzen. Bei Ether wächst die Größe der Blöcke automatisch.

Die Verarbeitung einer Transaktion in der Bitcoin-Blockchain dauert mehrere Minuten, die in der Ethereum-Blockchain nur einige Sekunden.

Im Gegensatz zur Bitcoin-Blockchain kann Ethereum eine Funktionalität namens "Smart Contracts" - das sind Computerprogramme, die vordefinierte Aufgaben ausführen, wenn eine bestimmte Situation eintritt. So könnte das System beispielsweise kontrollieren, ob vereinbarte Ratenzahlungen pünktlich erfolgen - und wenn nicht, ist ein gekauftes Objekt (vorübergehend) nicht mehr nutzbar. Währung, Kontrolle sowie eventuelle Konsequenzen bei Abweichungen vom Vertrag sind im System integriert.

Die Unterschiede zwischen Bitcoin und Ether im Überblick

Bitcoin Ether
virtuell und als Münzen nur virtuell
Bitcoin-Blockchain Ethereum-Blockchain-Plattform
keine "Smart Contracts" "Smart Contracts"
Proof of Work Proof of Work -> Proof of Stake
Blockgröße festgelegt Blockgröße mitwachsend
langsame Verarbeitung
der Transaktionen
schnellere Verarbeitung
der Transaktionen

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