Dienstag, 7. Februar 2017

Geld verdienen mit Trump?

Donald Trump, der neue US-Präsident, zeigt viel Aktionismus. Umringt von anderen Männern in dunklen Anzügen, unterschreibt er an einem imposanten Schreibtisch vor goldenen Vorhängen täglich mit wichtiger Miene Dekrete, deren Inhalt er nicht immer kennt, wie inzwischen herauskam. Aber er inszeniert und kommentiert jede seiner Handlungen - und damit auch jeder begreift, wie wichtig er ist, und weil er kritische Medien ausschließen will, twittert er unter seinem Präsidenten-Account @POTUS, was er gerade denkt und wen oder welche Branche er wie für was bestrafen oder belohnen wird.

Stichworte aus Trump-Tweets

Einige Anleger nutzen seine Tweets wie Anlagetipps. Will er die Regeln für die heimischen Banken wieder lockern, die nach der letzten großen Finanz- und Wirtschaftskrise von Obama verschärft worden waren, setzen viele Anleger auf Bankaktien. Sagt er, er will eine Mauer zu Mexiko bauen und in Straßen im Land investieren, hilft das der amerikanischen Baubranche. Weil Trump den Klimawandel für eine Erfindung der Chinesen hält und er wieder verstärkt Öl, Gas und Kohle fördern will, stiegen die Energietitel.

Kann man also leicht Geld verdienen, indem man entsprechend der Trump-Tweets Wertpapiere kauft und verkauft?

Für Trader, die sehr kurzfristig spekulieren, sind seine Tweets möglicherweise als Ideengeber von Interesse - wer es schafft, jeweils vor der Masse Wertpapiere günstig zu kaufen und vor dem Abflauen des Trends oder bevor ein Gericht oder andere Widerstände Trump in die Schranken weisen, teurer wieder zu verkaufen, mag den ein oder anderen Gewinn erzielen - das Risiko ist aber wie immer beim Daytrading extrem hoch.

Wer aber langfristig anlegt und nach guten Investments sucht, sollte die Ankündigungen zwar auch zur Kenntnis nehmen und sich eine Meinung zum neuen Präsidenten der USA bilden, aber er sollte jede einzelne daraus resultierende Anlageidee sehr genau prüfen und sich beispielsweise folgende Gedanken machen:
  • Wie wahrscheinlich ist es, dass Trump mit seinem Vorhaben durchkommt?
  • Wie wahrscheinlich ist es, dass seine Maßnahmen den von ihm gewünschten Effekt haben werden - und wenn nicht, wie schnell wird es sich zeigen? 
  • Welche anderen Parameter spielen dabei eine Rolle? Beispielsweise:
    • Muss die Steuergesetzgebung für die Umsetzung verändert werden und wie viel Widerstand wird es geben? 
    • Kann/muss er für die Umsetzung die eigentlichen Aufgaben der Finanzaufsichtsbehörde aushebeln und wie viel Widerstand wird es dagegen geben? 
    • Welchen Einfluss haben diese und andere seiner Maßnahmen auf die Stärke des Dollars und damit auf die eigene Wirtschaft (Exportchancen) sowie die Währungen und die Wirtschaft aller Länder der ganzen Welt?
    • Welche sonstigen Nebenwirkungen sind zu befürchten?
  • Passt die Anlageidee überhaupt zur eigenen Anlagestrategie und zur persönlichen Ethik sowie Nachhaltigkeitsansprüchen
Eines kann man wohl nach der kurzen Amtszeit von Donald Trump sagen: Er wird zwar versuchen, seine Wahlversprechen und andere Ankündigungen möglichst schnell wahr zu machen, allerdings wirken seine Ziele beziehungsweise die Umsetzung dieser Ziele nicht unbedingt durchdacht, nicht unbedingt verfassungsgemäß, nicht ausgearbeitet und nicht abgesprochen. Er versucht, alleine per Dekrete zu regieren, aber wurde inzwischen bereits von Bundesstaaten verklagt und von Gerichten zurechtgewiesen, die er dann wiederum öffentlich für ihre Entscheidungen kritisiert - was auch "normalen" Republikanern missfällt. Medien, die ihn kritisieren oder für ihn unangenehme Tatsachen publizieren, beschuldigt er, Fake News zu verbreiten und seine Position Unterstützendes zu verschweigen, ohne Belege für seine angeblichen Erfolge oder die von ihm unterstellten Missetaten/Fehlentwicklungen anderer zu haben. Ihm und seinem Team wurde dagegen die Verbreitung "alternativer Fakten" anhand von Bildern, Zeugen und Statistiken nachgewiesen. Er hatte beispielsweise behauptet, es gab noch nie so hohe Besucherzahlen bei einer Vereidigung und die Sonne hätte geschienen. An die Fakten hält er sich auch nicht bei seinen Behauptungen über andere, beispielsweise die angebliche Kriminalität durch Migranten in Schweden.

Wegen seiner (tatsächlichen oder taktisch eingesetzen) "Unprofessionalität", seiner Sprunghaftigkeit, wegen einigen seiner Berater, die vom äußersten rechten Rand stammen, wegen seiner undemokratischen Einstellung/Vorgehensweise (Gewaltenteilung und anderes aus der amerikanischen Verfassung scheinen ihm unbekannte oder zu ignorierende Konzepte zu sein) weht ihm nicht nur der Widerstand der Opposition entgegen, sondern auch der von verfassungsmäßigen staatlichen Organen, von seinen eigenen Parteigenossen (Republikaner), von wichtigen Vertretern der Wirtschaft, von Universitäten, Bürgerrechtlern, Juristenvereinigungen und anderen Gruppen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass sich der Widerstand zu einer geschlossenen Front entwickelt.

Politische Börsen haben kurze Beine, ist ein bekannter Börsenspruch. Was die Börsen nach der Wahl in den USA antrieb, wurde von einigen als Trump-Euphorie gedeutet (beispielsweise wegen des angekündigten Investitionsprogramms). Allerdings steigt die Börse fast immer, wenn sich die Lage nach einer Zeit der Ungewissheit klärt, und ein Wahlergebnis beendet normalerweise die Ungewissheit - wenn auch nicht wirklich im Fall Trump. Und eigentlich gibt es fast jedes Jahr eine Jahresendrallye an den Börsen, die manchmal sogar bis weit ins nächste Jahr reicht. Und wegen der niedrigen Zinsen und fehlender Alternativen sind Aktien derzeit besonders gefragt. Daher finde ich es eher auffällig, dass sich der Dow Jones schon seit Mitte Dezember eher seitlich bewegt (Stand 7.02.2017).

Wir sind alle keine Hellseher. Mit anderen Worten: Langfristige Prognosen zu den Auswirkungen von Trump's Politik auf einzelne Wertpapiere sind nicht möglich. Als mittel- bis langfristiger Investor sollte man daher bei jeder Investitionsentscheidung unbedingt auch die Fundamentaldaten und den gesunden Menschenverstand zur Bewertung heranziehen.

Welche Meinung haben Sie zu dem Thema? Haben Sie andere Beobachtungen und Erfahrungen gemacht?
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Montag, 10. Oktober 2016

Geld verdienen mit dem Bitcoin

Aktualisiert am 28.01.2018
Bitcoin ist inzwischen eine recht verbreitete digitale Währung (Kryptowährung). Sie wird im Gegensatz zu Euro, US-Dollar und anderen Länderwährungen nicht von einer Regierung oder Zentralbank herausgegeben. In manchen Online-Shops kann man mit Bitcoin bezahlen und man kann Bitcoin direkt Peer-zu-Peer überweisen - das Besondere: Man hat geringe bis keine Transaktionskosten. Aber kann man als Anleger mit dem Bitcoin auch Geld verdienen? Und wie sicher ist das?

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Da der Bitcoin - wie andere Währungen, Gold und Wertpapiere - Preisveränderungen unterliegt, kann man Bitcoin kaufen (in "Bitcoin-Wechselstuben"), darauf hoffen, dass die Währung immer populärer wird und der Preis steigt, so dass man ihn später teurer verkaufen kann. Wenn man sich den bisherigen Kursverlauf anschaut, sieht man, dass der Kurs zwar viel höher ist als ganz zu Anfang bei der Ausgabe, aber auch, dass er extremen Schwankungen unterliegt - was aber auch bei manchen anderen Währungen, bei Gold sowie manchen Wertpapieren vorkommt.

Bitcoin-Kurs (Bitcoin/Euro)

BTC/EUR (Bitcoin / Euro) Währung Chart
Kursanbieter: Bitcoin.de


Der Bitcoin birgt also Chancen für Gewinne aber auch Risiken für Verluste. Wie erfolgreich man als Anleger ist, hängt vom Einstiegszeitpunkt, der nicht sicher vorhersehbaren Entwicklung und vom Ausstiegszeitpunkt ab. Deshalb kann man interessierten Anlegern nur dazu raten, Bitcoin nur als kleinen Bestandteil einer diversifizierten Geldanlage zu kaufen - wenn man denn unbedingt auf den Bitcoin setzen oder ihn aus einem anderen Grund besitzen möchte. Man kann nur davor warnen, das ganze Ersparte zu riskieren.

Eine weitere Möglichkeit, mit Bitcoin Geld zu verdienen, ist, ihn gegen mehr oder weniger hohe Zinsen Peer-to-Peer zu verleihen. Das geht über die Kreditplattform BitBond. Wie risikoreich das ist, hängt vom jeweiligen Kreditnehmer ab. Bei Krediten gilt aber grundsätzlich: Je mehr Zinsen jemand bereit ist, zu zahlen, desto weniger kreditwürdig ist er/sie für Banken (denn freiwillig zahlt niemand mehr Zinsen als er/sie muss) und desto höher ist das Risiko des Kreditgebers. Auch diese Art der "Investition" sollte nur einen kleinen Teil einer diversifizierten Geldanlage ausmachen, um das Risiko zu kontrollieren - wenn man denn überhaupt spekulativ unterwegs sein möchte.

Ebenfalls viel Vorsicht ist geboten, wenn man in Neuausgaben ("Initial Coin Offerings") neuer (alternativer), digitaler Währungen investiert - und beispielsweise als Gegenleistung einen Anteil an einem Projekt erhält, denn hier sind leider auch schwarze Schafe unterwegs.

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Hinweis:
Auch wenn die Blockchain-Technologie der Kryptowährungen innerhalb der jeweiligen Systeme selbst für Sicherheit und Transparenz sorgt, ist man mit einer Kryptowährung nicht vor Kriminellen sicher, die beispielsweise versuchen, über Phishing und korrumpierte Online-Seed-Generatoren die privaten Schlüssel der virtuellen Geldbörsen (Wallets) auszuspionieren.

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Samstag, 18. Juni 2016

Verhinderung der Marktmanipulation - die neue Marktmissbrauchsverordnung und die neue Marktmissbrauchsrichtlinie treten in Kraft

Wichtig vor allem für Trader

Kapitalmarktrecht - Werbelink zu Amazon.deSchon 2014 wurden die neue Marktmissbrauchsverordnung und die neue Marktmissbrauchsrichtlinie beschlossen, aber erst ab 3.7.2016 treten sie in Kraft. Sie sollen vor allem mit verstärkter Kontrolle und härteren Strafen dazu beitragen, die Marktmanipulation europaweit zu stoppen und die Anleger zu schützen.

Was ist neu:
  1. Prüfungspflicht der Banken (Marktmissbrauchsverordnung)
    Banken müssen Regelungen, Systeme und Verfahren zur Aufdeckung von Marktmanipulationen schaffen. Das heißt, sie müssen aktiv das Verhalten ihrer Kunden überwachen (vermutlich per Software) und verdächtige Transaktionen herausfiltern. Wenn sich dann bei der Prüfung durch einen Menschen, beispielsweise eines Bankangestellten, der Verdacht erhärtet, muss die Bank die Marktmanipulation an die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) melden - das nennt sich Verdachtsanzeige. Die BaFin überprüft die Verdachtsanzeige und gibt den Fall dann zur weiteren Ermittlung an die Staatsanwaltschaft. Der Verdächtige erfährt als letzter davon.

    Kommen Banken ihrer Prüfungsverpflichtung nicht nach, bekommen sie selbst Probleme. Deshalb werden sie sich im Zweifel für die Verdachtsanzeige entscheiden!

    Jede Art von Transaktion bei jeder Art von Finanzinstrument ist betroffen.
  2. Härtere Sanktionen (Marktmissbrauchrichtlinie)
    Bei gewerblicher Handelstätigkeit (beispielsweise von berufsmäßigen Tradern) und bei vorsätzlicher Tathandlung beträgt das Strafmaß in besonders schweren Fällen mindestens 1 bis maximal 10 Jahre Haft (vorher maximal 5 Jahre oder Geldstrafe) oder bei leichtfertigen Verstößen von Einzelpersonen ein Bußgeld bis 5 Millionen Euro (vorher bis zu 1 Millionen), bei Konzernen ist das Bußgeld abhängig vom Konzernumsatz.

    Weitere mögliche Folgen beispielsweise für einen der Manipulation beschuldigten und dann überführten Trader sind die Vorteilsabschöpfung (der Staat bekommt das Geld, zur Absicherung wird möglicherweise das Konto sofort gepfändet), ein Berufsverbot sowie die Kündigung durch die Bank. Auch Sanktionen der Börsen sind nicht auszuschließen.

    Wichtig: Schon der Versuch ist strafbar (Versuchsstrafbarkeit).

     Als Trader sollte man unbedingt sein eigenes Verhalten überprüfen. Nicht erlaubt sind
    • Bluffen
      durch Scheinaufträge (die dann storniert werden) oder Käufe/Verkäufe mit Absicht falsche Signale an die Handelsplätze senden, um den Preis zu bewegen, 
    • Täuschen/Pushen
      beispielsweise in Foren oder über Newsportale etc. Informationen verbreiten, die falsch oder irreführend sind, um den Preis zu manipulieren, 
    • abgesprochene Geschäfte. 
Als Trader sollte man alles vermeiden, das auch nur den Anschein für Marktmissbrauch oder Manipulationsversuche vermitteln könnte. Einmal in Verdacht, kommt auch ein Unschuldiger kaum ohne Kosten und Zeitaufwand wieder aus dem Schlamassel.

Apropos Verjährung:
Die Gefängnisstrafe verjährt 5 Jahre nach der Straftat, die Bußgeldstrafe 3 Jahre nach Straftat. Ist ein Verfahren jedoch angestoßen, verlängert sich die Verjährung.

Trading-Plattformen

Einige Trading-Plattformen bieten ihren Kunden anlässlich der Änderungen Webinare zum Thema Marktmanipulation an. So laden sie beispielsweise Anwälte ein, die auf das Wertpapierhandelsgesetz, Finanzdienstleistungen, Wirtschafts- und Vertragsrecht sowie Strafrecht spezialisiert sind und die Auswirkungen der Änderungen auf das Trading detaillierter erläutern können. Dort können Trader auch Fragen stellen, wenn sie sich unsicher sind, ob ein bestimmtes Verhalten als Manipulation ausgelegt werden könnte - denn schon der Verdacht kann zum teuren Ärgernis werden.

Gesetzliche Grundlagen

Verordnung (EU) Nr. 596/2014 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. April 2014 über Marktmissbrauch ...

Richtlinie 2014/57/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. April 2014 (Amtsblatt der Europäischen Union)

Weitere Informationen
Marktmanipulation (BaFin)

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Eva Schumann
BoD, Norderstedt













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Dienstag, 12. April 2016

Von Zinsen unabhängige Geldanlage

Heute kam die Nachricht, dass Deutschland aufgrund seiner guten Bonität und der EZB-Politik auf seine Schulden keine Zinsen mehr bezahlen muss. Was den Finanzminister freut, ist für die deutschen Sparer, die ebenfalls kaum noch eine Verzinsung auf ihr gespartes Geld bekommen, weniger erfreulich. Welche zinsunabhängigen Alternativen zum Spargeld hat man als Privatanleger und was ist zu bedenken?
Wohin mit dem Ersparten in Zeiten von Nullzinspolitik?
Geld als Bargeld aufzubewahren ist risikoreich: Das Geld kann gestohlen werden oder bei einem Wohnungsbrand in Rauch aufgehen. Geld als "Sparanlage" auf dem Sparbuch, als Guthaben auf dem Girokonto oder als Tagesgeld oder Festgeld anzulegen, bringt derzeit so gut wie keine Zinsen, sogar ein Minuszins ist als Folge der derzeitigen Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) im Gespräch. Ähnliches gilt auch für die sogenannten Rentenpapiere, also Staatsanleihen und Unternehmensanleihen, denn auch die sind derzeit niedriger verzinst (Die Umlaufrendite deutscher Bundesanleihen war am Montag erstmals auf null Prozent gefallen). Zwar haben wir das Glück, dass die Inflation derzeit sehr niedrig ist und der Wert des Geldes nicht auch noch durch die Inflation aufgefressen wird, trotzdem ist die Situation für Anleger unbefriedigend. Wie kann man sein Erspartes/Geld denn überhaupt noch vermehren?

Zinsunabhängige Geldanlage

In Börsensendungen wird nun oft eine zinsunabhängige Geldanlage vorgeschlagen. Aber was ist damit gemeint?

Mit der zinsunabhängigen Geldanlage ist vor allem die Anlage in Aktien und Aktienfonds gemeint. Bei ihnen kommt die Rendite (Geldvermehrung, "Verzinsung") durch die Dividende (jährliche [Teil-] Gewinnausschüttung an die Aktionäre) sowie durch die Kurssteigerung (der Verkaufspreis an der Börse am Ende sollte höher als der Einkaufspreis sein) zustande. Historisch gesehen werden mit Aktien und Aktienfonds, die auf mittlere bis lange Sicht gekauft werden, oft überdurchschnittlich hohe Renditen erzielt. Allerdings nicht mit jeder Aktie und nicht zu jedem Zeitpunkt des Ankaufes und Verkaufes.

Zu bedenken ist, dass die Geldanlage in Aktien und Aktienfonds zwar chancenreicher, aber auch risikoreicher ist, was mit Streuung zwar reduziert, aber nicht komplett ausgeschlossen werden kann.

Da der Wert (Preis, Kurs) von Aktien stark schwanken kann, braucht man einen langen Anlagehorizont für diese Geldanlage, das bedeutet: Man darf auf das Geld in den nächsten Jahren nicht angewiesen sein.

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Tipp: Lieber nicht auf Kredit spekulieren
Zwar sind derzeit auch die Kreditzinsen vergleichsweise niedrig, aber das sollte nicht dazu verlocken, auf Kredit mit Aktien zu spekulieren. Kommt es zu einer Börsenkorrektur, juckt das einen Anleger, der nur eigenes Geld langfristig angelegt hat, gar nicht, denn irgendwann geht die Börse auch wieder nach oben. Wenn der Anleger auf Kredit spekuliert, ist der Kredit bei einem Börsencrash nicht mehr durch das Depot gedeckt und die Bank zwangsverkauft einen Teil oder alle Aktien - zu diesem Zeitpunkt meist weit unter Wert! Was an Aktien durch die Bank verkauft und zur Kreditminderung benutzt wurde, ist für immer weg und kann nicht mehr im Wert steigen.

Tipp: Liquidität nicht aus den Augen verlieren
Trotz der besseren Chancen sollte man nicht all sein Geld in zinsunabhängige Geldanlagen stecken, da sie großen Wertschwankungen unterliegen - und wenn man aus einer persönlichen Notlage heraus solche Anlagen zu einem ungünstigen Zeitpunkt verkaufen muss, ist das Geld wirklich verloren und die Jahre des Sparens zuvor waren vergebens. Man muss also doch immer eine gewisse liquide Reserve haben (für Reparaturen, für zu ersetzende Haushaltsgeräte, für den Jobverlust, Zahnersatz, die Zahnspangen der Kinder etc.). Diese Liquidität bietet einem aber nur Bargeld und Spargeld (einschließlich Tagesgeld und Festgeld) - Anlagen, die wenig schwanken und schnell verkauft werden können.

Ein paar Gedanken zu Betongold
Es heißt oft, Immobilien und Immobilienfonds seien eine risikoarme Geldanlage. Aber tatsächlich ist die Wertentwicklung und Rendite eines Objektes von seiner Lage sowie von der Differenz zwischen dem Kauf- und dem Verkaufpreis abhängig. In Zeiten niedriger Zinsen trauen sich mehr Menschen als sonst an eine Baufinanzierung, was bedeutet, dass die Nachfrage (oft aber nur an bestimmten Standorten) steigt, die Wohnungen also immer teurer werden. Die Mieten steigen nicht unbedingt auch so stark, sodass das Abstottern schwierig werden kann. Je später jemand in so einer Boomphase in Immobilien einsteigt, desto schwieriger wird es für diesen Menschen, die Immobilie zu einem lohnenden Investment zu machen. Die niedrigen Zinsen dauern nun schon eine ganze Weile an, Vorsicht ist geboten!

Zum Thema Wohnen in der eigenen Immobilie: Heutzutage wird von vielen Arbeitnehmern und ihren Familien hohe Flexibilität erwartet - überlegen Sie daher vor dem Kauf: Was wird aus der Immobilie, wenn Sie in einen anderen Ort umziehen müssen oder wollen? Außerdem ist da immer auch das Risiko, dass man Ihnen eine Schnellstraße, einen Flughafen, eine Gasförderanlage oder sonst etwas in die Nähe Ihrer Immobilie setzt und sie daher nicht nur an Marktwert verliert, sondern für Sie als Selbstbewohner auch die Lebensqualität erheblich beeinträchtigt werden kann.

Auch Trends verändern sich: War früher das Häuschen auf dem Lande eine beliebte und erfolgreiche Investition, wollen heute alle in die Stadt. Die Häuschen auf dem Lande, die etwas weiter von der Stadt weg liegen, verloren in den letzten Jahren oft enorm an Wert. Sicher kann sich der Trend auch wieder ändern, aber niemand weiß wann und wohin.

Statt sich also blind auf den Ruf des Betongoldes und die entsprechende Werbung der Branche zu verlassen, sollte man den Einzelfall der Anlage und die Gesamtsituation des individuellen Anlegers knallhart unter die Lupe nehmen.
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Krisenwährung Gold?
Gold wird gerne als Krisenwährung bezeichnet. Aber es ist absolut nicht so, dass der Goldpreis immer nur steigt, denn er ist wie die Aktienkurse von Angebot und Nachfrage abhängig. Der Goldpreis wird stark vom Ölpreis, vom Kurs des US-Dollars und vielem anderen beeinflusst.

Abschreckende Beispielentwicklungen:

  • 1996 stand der Goldpreis im Höchststand noch bei 416,25 US-Dollar pro Feinunze Gold, 1997 fiel er im Tiefststand bis auf 283 US-Dollar.
  • 2011 stand der Goldpreis im Höchststand bei 1.896,50 US-Dollar je Feinunze Gold, bis 2015 fiel er im Tiefststand bis auf 1048,30 US-Dollar.

Heute liegt der Preis pro Feinunze bei 1.259,98 US-Dollar - auch weit unter dem Höchststand von 2011.

Fazit: Wer zum falschen Zeitpunkt verkaufen muss, kann auch mit Gold viel Geld verlieren. Und niemand weiß, wohin die Entwicklung beim Gold überhaupt geht. Nur weil der Goldwert bisher - zumindest über große Zeiträume hinweg - gestiegen ist, muss das nicht immer so bleiben. Manches an der Zukunft ist nicht vorhersehbar.

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Freitag, 18. März 2016

Die niedrige Inflation gleicht die niedrigen Zinsen bei Tagesgeld und Festgeld weitgehend aus

Bei der Geldanlage geht es darum, den Wert des Geldes, das man gespart hat, zu vermehren oder wenigstens zu erhalten. Früher hat man gerne über die hohe Inflation gejammert, weil die Inflation die Zinsen von Festgeld, Tagesgeld und Sparbüchern ganz, teilweise oder auch noch die Substanz aufgefressen hat. Heute jammern wir über die niedrigen oder fehlenden Zinsen, haben aber das Glück der niedrigen Inflation. 

Die Zinsen, die Privatanleger auf Tagesgeld oder Festgeld bekommen, werden durch den Leitzins der Europäischen Zentralbank beeinflusst. Vereinfacht gesagt: Steigt der Leitzins, steigen auch die Zinsen auf Tagesgeld und Festgeld. Fällt der Leitzins, fallen auch die Zinsen für die Anleger.

Zwei Prinzipien der Geldanlage:
Je höher die Zinsen, desto schneller vermehrt sich das Geld.
Je höher die Inflationsrate, desto schneller steigen die Preise und umso schneller vermindert sich der Wert des Geldes (seine Kaufkraft).

2007:
Die Leitzinsen waren damals höher und auch die Zinsen für Festgeld. Aber auch die Inflation war höher. 

2007 betrug der Leitzins (genauer der Hauptrefinanzierungssatz der Europäischen Zentralbank, EZB) 3,5 bis 4,25 Prozent. Die Zinsen für Festgeld lagen etwas höher bei 4 bis 4,5 Prozent je nach Bank, Anlagebetrag und Laufzeit. Die Inflationsrate lag bei 2,3 Prozent (siehe Statista-Grafik).

Bei Festgeld hat die Inflation also einen guten Teil der Verzinsung aufgefressen. Wer Geld als Bargeld, auf dem unverzinsten Girokonto oder auf einem schlecht verzinsten Sparbuch mit einem Zinssatz von 0,75 gespart hat, hat jährlich einen schönen Teil seines Geldes an die Inflation verloren.

Heute:
Die Zinsen sind vernachlässigbar, solange es sich nicht um sehr große Beträge handelt. Die Inflation auch!

Der Leitzins wurde gerade auf 0 Prozent gesenkt. Der Zinssatz für Festgeld steht heute etwa bei 0,05 bis 1,2 Prozent (Laufzeit 1 Monat bis 5 Jahre, Mindestbetrag 2.500). Auch die Inflationsrate betrug im Februar 2016 0 Prozent.

Mit anderen Worten: Das Geld vermehrt sich zwar nicht gerade rasend, aber dafür nimmt auch seine Kaufkraft nicht ab.

Grafik: Die Inflation seit 1992 Statistik: Inflationsrate in Deutschland von 1992 bis 2015 (Veränderung des Verbraucherpreisindex gegenüber Vorjahr) | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Geldanlagetipp:
Sollte Ihnen jemand eine wesentlich höhere als die aktuell übliche Rendite versprechen, müssen sie sich fragen, wieso. Die Antwort lautet immer: Weil niemand diesem Anbieter Geld für weniger Zins/Rendite gibt. Und dann sollten alle Alarmglocken angehen und Sie sich sofort fragen, wieso das ist! Die Antwort: Das Risiko ist bei ihm zu hoch!

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Ein Vorteil niedriger Leitzinsen liegt darin, dass man in dieser Zeit günstig Geld aufnehmen kann. Das gilt nicht für den Dispo-Kredit, da gehen die Banken kaum runter, wenn der Leitzins sinkt. Aber normale Darlehen bekommt man günstiger. Doch Vorsicht: Die Zeiten können sich auch wieder ändern und der Anschlusskredit für das Eigenheimdarlehen kann dann wesentlich teurer ausfallen. Außerdem sollte man aufpassen und nicht eventuell abgefahrenen Zügen (wie das "Betongold" es sein könnte) hinterherlaufen.

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Sonntag, 14. Februar 2016

Beste Geldanlage-Informationen für Privatanleger

Wer Geld anlegen möchte, braucht Informationen, muss sie bewerten, einordnen und entsprechend seiner Anlageplanung sowie ethischen Grundsätze Anlageentscheidungen treffen. Wo finden Geldanleger/Investoren die Informationen? 

Während Daytrader und Zocker sich mit jeder Nachricht, Entwicklung, Stimmung und Verstimmung, auseinandersetzen und mehr oder weniger erfolgreich versuchen, daraus Kapital zu schlagen, sollten langfristige Anleger zwar auch wirtschaftliche Zusammenhänge und die Anlegerpsychologie verstehen lernen - dann macht Geldanlage erst richtig Spaß -, aber sie müssen auch lernen, gelassen zu bleiben - weshalb sie sich in turbulenten Zeiten auch mal auf eine Nachrichtendiät setzen (einmal täglich Katastrophenmeldungen zu hören reicht). Wenn alle anderen, vor allem die kurzfristig agierenden Börsianer hysterisch werden, sollten sich langfristige Investoren (siehe Anlagetypen - Spekulieren vs. Investieren) nicht anstecken lassen.

Informationen für Geldanleger bieten viele:
  • Bücher
    wie Börse ganz einfach: So verdienen Sie mit!* oder Der Aktien- und Börsenführerschein* sind für Einsteiger hilfreich. Darüber hinaus finden sie Motivation und grundsätzliche Strategien zum Aufbau von Wohlstand in Büchern wie Der Weg zur finanziellen Freiheit* von Bodo Schäfer. Für fortgeschrittenere Anleger gibt es Bücher zu Spezialthemen wie Die besten Anlagestrategien aller Zeiten: Welche Investment-Methoden wirklich funktionieren!*.  
  • Anlegermagazine
    wie "Börse Online", "Finanztest", "Der Aktionär" u. a. vermitteln zwar auch Basiswissen, aber viele der Artikel und Tipps haben einen Bezug zur aktuellen Börsen- und Geldanlagesituation.
  • Ähnliches gilt für Online-Verbrauchermagazine, die sich auf die Geldanlage spezialisiert haben wie Finanztip und tinto-Geld (Informationsseiten, Börsenbegriffe, Börsen- und Geldblogs).
  • TV-Nachrichten allgemein und Börsen-TV
    wie die ARD Börse (und ihr Börsenblog), N-TV Telebörse oder Bloomberg TV (Englisch) im Speziellen versorgen Börsianer mit Informationen aus Politik, Wirtschaft, den Unternehmen und von den Börsen. Während Daytrader von morgens bis nachts an den Bildschirmen kleben, sollten Langfristige Anleger zwar auch einigermaßen aktuell informiert sein, um Kauf- und Verkaufsentscheidungen klug legen oder bei gravierenden Änderungen eventuell Umschichtungen vornehmen zu können, aber in der Regel können sie sich zurücklehnen und die Show genießen bzw. sich mit den Problemen selbst beschäftigen statt starr in Angst um ihr Geld zu verharren.
  • Spannende Einblicke geben Berichte von der Börse in sozialen Medien
    beispielsweise von Markus Koch, der auf Facebook über die New York Stock Exchange (NYSE) berichtet - zwar sind viele seiner Fans kurzfristige Anleger und Trader und auch er selbst tradet mit einem kleinen Teil seines Erspartens (der große Rest ist langfristig und konservativ angelegt). Aber was er erzählt, ist auch für andere interessant, u. a. um sachliche Zusammenhänge zwischen Politik, Wirtschaft und Börse sowie die Psychologie der Börse zu verstehen. Besonders die regelmäßigen Videos auf seiner Seite sind interessant und machen Spaß.
  • Unternehmen, die Geldanlageprodukte (Rohstoffkapitalanlagen, Fondsanteile, Aktien, Zertifikate oder Hebelprodukte) oder Anlageservices (Depotverwahrung und Broking) verkaufen wollen, bieten über Werbung und auf ihren Webseiten ebenfalls Informationen an.
  • Finanzportale
    wie Finanztreff und Onvista sind voller Informationen über Wertpapiere, Kurse, Unternehmensnachrichten, Analysen, etc. Dort kann man außerdem Musterdepots und Watchlisten anlegen.
  • Newsletter bieten meist eine Einschätzung der Ereignisse der vergangenen Tage und versuchen eine Vorausschau auf die nächsten Handelstage. Es gibt sie von Börsenspezialisten wie Markus Koch ebenso wie von allen Banken mit Broking, Fondsgesellschaften, Anlageberatern und vielen anderen. Dabei muss man vor allem bei Produktempfehlungen klar unterscheiden lernen, wer welche Empfehlungen aus welchem Grunde gibt.
Man kann all die Informationen zur Kenntnis nehmen, aber die Entscheidungen sollt man am Ende selbst treffen!

Haben Sie auch Lese- und Informationsbeschaffungsempfehlungen für langfristige Privatinvestoren?

Dienstag, 18. August 2015

Mit Crowdinvesting in Start-ups investieren

Bisher konnten Privatanleger mit wenig Kapital nur zuschauen, wenn Beteiligungsgesellschaften mit ihrem Beteiligungskapital (Private Equity) beziehungsweise Wagniskapital (Venture Capital) Anteile an jungen Unternehmen erwarben und diese Anteile später mit Gewinn verkauften - zumindest, wenn es gut lief, was bei risikoreichen Anlagen nicht sicher ist. Crowdinvesting (anlageorientiertes Crowdfunding) bietet nun auch Privatanlegern die Möglichkeit, früh in junge Unternehmen mit Kapitalbedarf zu investieren und an deren Erfolg oder Misserfolg beteiligt zu werden. Dank des neuen Kleinanlegerschutzgesetzes ist Crowdinvesting nun auch transparenter.

Crowdfunding steht für die Finanzierung durch viele (Schwarmfinanzierung). Per Crowdfunding konnten 2014 in Deutschland 140 Millionen Euro aufgebracht werden, in Europa insgesamt 2.957 Millionen Euro.

Anlageorientiertes Crowdfunding (Crowdinvesting, Equity-based Crowdfunding)

Beim "klassischen" Crowdfunding finanzieren die Geldgeber eine Idee und erhalten als Gegenleistung ein Dankeschön (Spenden-Crowdfunding) oder nur einen symbolischen Wert zur Belohnung (Rewarded Crowdfunding) - beide zusammen konnten 2014 in Deutschland 23 Mio. Euro einsammeln. Beim Crowdlending werden auf Online-Kredit-Plattformen Peer-to-Peer-Kredite (P2P-Kredite) vereinbart - im Jahre 2014 betrug das Volumen in Deutschland 87 Millionen Euro.

Beim Crowdinvesting dagegen investieren viele Anleger in ein Start-up-Unternehmen oder ein Projekt, dem es an Kapital fehlt oder das als junges Unternehmen ohne Sicherheiten oft keine andere Möglichkeit hat, an einen Kredit zu kommen.

In Deutschland wurden im Jahr 2014 29,8 Millionen Euro als anlageorientertes Crowdfunding (Crowdinvesting) für die Finanzierung von Start-ups, neuer Geschäftsideen, junger Wachstumsunternehmen, Green Tech, erneuerbarer Energien und Immobilienprojekte eingesammelt.

Crowdinvesting bietet Investoren schon zu einem frühen Zeitpunkt die Möglichkeit, in Start-ups mit Kapitalbedarf einsteigen. Im Gegenzug beteiligen die Start-ups oder andere Investmentprojekte die Darlehensgeber
  • an ihren Gewinnen, 
  • am Erlös im Falle des Verkaufs 
  • und/oder sie zahlen einen festen Zins.
Ein weiterer Vorteil für das kapitalsuchende Unternehmen: Es gewinnt nicht nur Geldgeber, sondern schafft eine Community von möglichen Multiplikatoren.

Crowdinvesting-Plattformen mit standardisierten Prozessen und Unterlagen (Beispiele):

  • Seedmatch Crowdfunding für Startups
    Investitionen sind schon ab 250 Euro möglich. Wer investiert (natürliche Person oder Gesellschaft) erhält Zugang auf einen geschützten Investor-Relations-Bereich. Kapitalsuchende Unternehmen finden praktische Unterstützung, beispielsweise eine Pitch-Deck-Vorlage, die sie nur anpassen müssen. Seedmatch erhält 5 bis 10 Prozent Provision der Finanzierungssumme. Zu Seedmatch gehören auch
    • Econeers
      Geld für Energiewende-Projekte, Rechtsform: patriarchisches Nachrangdarlehen
    • Mezzany Projektfinanzierung für Immobilien
      Crowdbonds, verbriefte Wertpapiere (kommen ins Depot)
  • Fundsters  
  • Companisto  
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Kleinanlegerschutzgesetz (KASG)

Seit 10. Juli 2015 ist das Kleinanlegerschutzgesetz in Kraft. Damit soll der graue Markt transparenter werden. Der graue Markt ist ein Marktsegment für Anlageprodukte, die nicht über die (regulierte) Börse gehandelt werden. Beim Kleinanlegerschutzgesetz geht es vor allem darum, Privatanlegern die Risiken der am grauen Markt angebotenen Geldanlageprodukte bewusster zu machen, nachdem sie in den vergangenen Jahren wegen fehlendem Risikobewusstsein viel Geld - oft aus Idealismus - investiert und dann verloren haben (Stichwort Prokon).

Bei Crowdinvesting handelt es sich rechtlich meist um partiarische Nachrangdarlehen. Das sind Darlehen, bei dem der Darlehensgeber (Investor) über eine Gewinnbeteiligung für sein Risiko entschädigt wird. Der Darlehensgeber hat keinerlei Mitspracherecht (im Gegensatz zu den Investoren in normale Stammaktien von Aktiengesellschaften).

Die partiarischen Nachrangdarlehen zählen seit dem 10. Juli 2015 als Vermögensanlage. Das bedeutet: Der, der sich damit Geld beschaffen will, muss ab einer Fundingsumme von 2,5 Millionen Euro einen Wertpapierprospekt erstellen. Außerdem muss die Online-Werbung für Crowdinvesting-Projekte mit einem Warnhinweis auf das Risiko einer solchen Anlage versehen werden. Umgekehrt müssen Investoren, die mehr als 1.000 Euro investieren wollen, eine Selbstauskunft geben und das Vermögensanlagen-Informationsblattes, eine Zusammenfassung des Crowdfundingprojektes, elektronisch bestätigen.

Risiko von Nachrangdarlehen

Investitionen in Start-ups und Wachstumsunternehmen sind Risikoinvestments. Im schlechtesten Fall besteht die Gefahr des Verlustes der gesamten Investition. Nachrangdarlehen stehen bei einer Pleite hinter den Ansprüchen anderer Gläubiger. Eine Nachschusspflicht besteht bei Nachrangdarlehen jedoch nicht.

Das Risiko eines solchen Investments kann vermindert werden, indem man nur einen kleinen Teil seines Geldes auf diese Art investiert und es außerdem auf mehrere Start-ups/Projekte verteilt.

Mehr Informationen

Donnerstag, 18. Juni 2015

Einhörner in Europa - wer sind die Milliarden-Dollar-Start-up-Unternehmen?

Als Einhörner werden Start-up-Unternehmen bezeichnet, die mit über einer Milliarde US-Dollar bewertet werden. Von amerikanischen Einhörnern wird viel geredet, aber es gibt auch europäische – sogar vier in Deutschland. Das Investment- und Beratungsunternehmen GP Bullhound hat Technologie-Start-ups, die 2000 oder später gegründet wurden und ihren Hauptsitz in Europa haben, analysiert und Einhörner identifiziert.

Insgesamt hat GP Bullhound 40 europäische Einhörner ausgemacht. Das heißt: Seit der Untersuchung im Jahr davor sind es 10 mehr geworden – eigentlich 13, aber 3 sind aus dem Klub ausgeschieden.

Das wertvollste europäische Einhorn ist Skype mit einer Bewertung von etwa 8,5 Milliarden US-Dollar. Fast gleichauf liegt Spotify. Beide Unternehmen haben ihren Hauptsitz in Schweden. An dritter Stelle der Einhörner steht einer der Neulinge: Rocket Internet aus Deutschland mit einer Bewertung von knapp 8 Milliarden US-Dollar.

Das europäische Land mit den meisten großen Tech-Start-ups (17) ist Großbritannien, gefolgt von Schweden mit 6 Einhörnern. Deutschland liegt an dritter Stelle mit insgesamt 4 Einhörnern.
  Infografik: Woher Europas große Tech-Startups kommen | Statista
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Die 40 europäischen großen Tech-Start-ups findet man hauptsächlich in den Bereichen eCommerce, Software, Marketplace und Finanztechnologie (Fintech), etwas seltener im Bereich Spiele und Unterhaltung. 32 von ihnen sind verbraucherfokussiert, 8 haben Unternehmen als Kunden.

Welche Einhörner, große Tech-Start-up-Unternehmen, gibt es Deutschland? 

Die vier deutschen Tech-Start-up-Unternehmen mit einer Bewertung von über einer Milliarde US-Dollar sind:
  • Rocket Internet – mit knapp 8 Milliarden US-Dollar bewertet 
  • Zalando – mit etwa 6,9 Milliarden US-Dollar bewertet 
  • Delivery hero – mit über 2 Milliarden US-Dollar bewertet 
  • Home24 – mit über 1 Milliarde US-Dollar bewertet 
Bis auf Zalando sind die deutschen Tech-Start-up-Unternehmen erst seit Kurzen dabei.

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Wer sind die Investoren hinter den europäischen Einhörnern

GP Bullhound hat auch die hinter den Start-ups stehenden Investoren analysiert. An den meisten großen europäischen Tech-Start-ups sind europäische Investoren wie Index Ventures (10), Accel Partners (7), DST (6) und andere beteiligt. Acht Einhörner hatten amerikanische Start-up-Investoren.

Die neue Generation europäischer Einhörner hat jedenfalls wesentlich mehr Kapital generieren können als die vor ihnen.

Richtig beeindruckende Wertsteigerungen erreichen die Tech-Start-ups aber erst im Falle eines so genannten Liquidity Events, einer Verschmelzung mit einem anderen Unternehmen (Merger), einem Kauf, Verkauf oder dem Börsengang. Besonders erfolgreich sind da auf Endkunden ausgerichtete Tech-Start-ups im Vergleich zu Unternehmens-Tech-Start-ups.

Durchschnittlich vervierundfünfzigfacht sich das in die Einhörner investierte Kapital (Average Return of Investment: 54x).

Wer allerdings damit liebäugelt, selbst (direkt oder über Umwege) in Tech-Start-ups zu investieren, sollte sich bewusst sein, dass man vorher nie mit Sicherheit weiß, wo die Reise hingeht (die wenigsten Start-ups entwickeln sich zu Einhörnern), und dass es einen Grund dafür gibt, warum man in Start-up-Unternehmen investiertes Geld RISIKO-Kapital nennt.

Quelle und weitere Informationen 

Montag, 4. Mai 2015

In Marihuana investieren?

Im Marihuana-Rausch scheinen manche Anleger zu sein - könnte man jedenfalls meinen, wenn man in Börsen-Foren und auf Cannabis-Information spezialisierten Webseiten mitliest. Sie wittern „The Next Big Thing“, das nächste große Geschäft, seit Cannabis in manchen Ländern und einigen US-Bundesstaaten legalisiert oder zumindest die Anwendung als medizinisches Marihuana beispielsweise zur Unterstützung der Krebs- und Schmerztherapie ermöglicht wird.

Der Wunsch der Anleger, sich am Cannabis-Boom zu beteiligen, wird von den Unternehmen der neuen Industrie rund um Cannabis bedient und auch bewusst geweckt. Zur Cannabis-Branche gehören Produktion, Forschung, Weiterverarbeitung, Vertrieb, Ausrüstung und Dienstleistungen für die Produktion, Zubehör für die Anwendung, Shops, Fachmedien, Fach-Social-Media und vieles mehr.

Aktiengesellschaften werden gegründet und deren Aktien außerbörslich („over the counter“, OTC-Handel) oder an Börsen gehandelt. Denn da sich die Banken wegen der sich derzeit noch in Bewegung befindlichen Rechtslage mit der Kreditvergabe an Unternehmen der Cannabis-Industrie schwertun, müssen sich die Unternehmen anders Geld beschaffen – außer bei Aktionären bei Private-Equity-Firmen wie dem
  • Founders Fund (investierte indirekt über Privateer Holdings), 
  • Dutchess Capital Management (investierte in 400 Unternehmen einschließlich MassRoots, einer Community-App für Cannabis-Nutzer), 
  • High Times (Livestyle-Magazin, will den High Times Growth Fund auflegen) und 
  • Emerald Ocean Capital (sammelt Geld für entsprechende Investments  ein). 
Ebenfalls auf der Suche nach Cannabis-Investoren ist Pioneer Cannabis Hedge, ein Hedgefonds der Investmentfirma Poseidon Asset Management.



Dass ausgerechnet Peter Thiel, der durch seine Paypal- und Facebook-Investment-Erfolge bekannt wurde, andererseits laut Wikipdia eher die Republikaner unterstützt, mit dem Founders Fund in die Private-Equity-Firma Privateer Holdings investierte, befeuerte das Interesse der Anleger erneut. Privateer Holdings ist ein „Marihuana-Konglomerat“ bestehend aus Leafly.com (Online-Bewertungsportal für Marihuana mit monatlich im Schnitt vier Millionen Nutzern), Marley Natural (Cannabis-Produkte aus Jamaika), Tilray (Konzern für medizinisches Marihuana).

Dabei weiß niemand, wie groß der Cannabis-Markt wirklich ist. Die Schätzungen für den US-Markt variieren von 10 bis 120 Milliarden US-Dollar. Der Unternehmer Brendan Kennedy, Mitbegründer und Chef von Privateer Holdings, schätzt den weltweiten Markt auf etwa 150 bis 200 Milliarden Dollar.

Andere wie Mark Kleiman, Professor an der UCLA Luskin School of Public Affairs und Co-Autor des Buches „Marijuana Legalization: What Everyone Needs to Know“ („Marihuana Legalisierung: Was jeder wissen muss“), warnen vor einer Spekulationsblase.

Die US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) mahnt an, dass manche Unternehmen mit falschen Renditeversprechen locken. Sie gingen bei Ihren Rendite-Berechnungen von den alten Schwarzmarktpreisen aus, aber die Preise würden sinken.

Grundsätzlich ist die gesetzliche Lage noch sehr unsicher – man weiß nicht, was morgen wo erlaubt sein wird. Cannabis- Unternehmen in den USA können selbst in einem der Bundesstaaten mit Legalisierung (aktuell Alaska, Colorado, Washington und demnächst Oregon) kaum ein Konto eröffnen, weil die Banken Angst haben, vom Bund, der Marihuana (noch) nicht legalisiert hat, Schwierigkeiten wegen Förderung des illegalen Drogenhandels zu bekommen. Außerdem weiß niemand, was nach den nächsten amerikanischen Präsidentschaftswahlen sein wird.

Und wie erfolgreich ein Unternehmen ist, hängt letztendlich nicht nur von ihm selbst, sondern auch von der jeweiligen Konkurrenzsituation, die wiederum vom Lizenzvergabe-System, der gesamten Wertschöpfungskette und vielem mehr ab. Der Markt ist aktuell kaum zu überblicken und nicht einschätzbar.

In den amerikanischen Cannabis-Markt über eine deutsche Beteiligungsfirma investieren

Gerade frisch in den Trend eingestiegen ist die Deutsche Cannabis AG (WKN: A0BVVK). Die Deutsche Cannabis AG war früher die F.A.M.E. AG, die mit Fotovoltaik 2013 fast in die Insolvenz ging, den Antrag aber zurückzog und Ende 2014 in die Cannabis AG umfirmierte. Nun beteiligt sie sich an Unternehmen der Cannabis-Industrie in den USA. Die Aktien der Cannabis AG werden an den Börsen in Frankfurt, München, Berlin, Düsseldorf sowie bei Lang & Schwarz (OTC-Handel) gehandelt. Der Kurs liegt mit etwa 0,61 bis 0,70 Euro aktuell im Penny-Stocks-Bereich.

Der Marihuana-Rausch vom Vorjahr ist bei vielen einem Kater gewichen

Schon letztes Jahr ging es zu wie seinerzeit beim Goldrausch, doch viele der Träume vom Reichwerden mit Cannabis sind schon in Rauch aufgegangen.

Es gibt jede Menge Aktien aus der Marihuana-Produktions- und –Dienstleistungsbranche, die letztes Jahr noch bei Anlegern heiß begehrt waren, inzwischen eine Achterbahnfahrt hinter sich haben und oft unter ihre Einstiegspreise an deutschen Börsen gefallen sind. Je nachdem, wann man ein- und (nicht) ausgestiegen ist, hat man als Anleger viel Geld verloren.
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Beispiele für Cannabis-Börsenstars - die meisten schon vom Himmel gefallen:

Cannabis sativa (WKN: A1W820; Börsen: Stuttgart, Berlin, München)
Das US-Unternehmen für Cannabis-Produkte wird in den USA over the counter (OTC) und nicht an der Börse gehandelt. Es startete an deutschen Börsen Anfang 2014 bei ca. 7,20 Euro, stieg bis auf 11,42 Euro, fiel dann bis auf 3 Euro und ist aktuell bei 3,20 Euro. http://www.cannabissativainc.com

Advanced Cannabis Solutions (WKN: A1XBY8; Börsen: Stuttgart und München)
Advanced Cannabis Solutions bietet Dienstleistungen für lizensierte Marihuana-Anbauer. Gegründet wurde das US-Unternehmen 2013. Es will sich demnächst in General Cannabis Corporation umbenennen. In den USA werden die Aktien OTC gehandelt, an deutschen Börsen kann man sie seit Anfang 2014 an der Börse kaufen - zuerst lag der Kurs bei etwa 5 Euro, im Hoch bei 32,29 Euro. Inzwischen ist der Aktienkurs auf 0,82 Euro runtergeknallt und liegt aktuell bei ca. 3,34 Euro. http://www.advcannabis.com

Cannavest (WKN: A1XBW7; Börsen: Stuttgart, Berlin, München)
Gegründet wurde das US-Unternehmen für Cannabis-Forschung und -Produkte 2010 als Foreclosure Solutions. Der Name wurde Anfang 2013 in CannaVEST geändert. Die Aktie wird in den USA OTC gehandelt. An deutschen Börsen ist sie seit Anfang 2014 handelbar - gestartet bei etwa 55 Euro, im Hoch bis auf 139,77 Euro gestiegen, auf 1,56 Euro gefallen und aktuell bei 1,81 Euro. http://cannavest.com

Growlife (WKN: A1J2QY; Börsen: Stuttgart, Berlin, München)
Growlife ist ein US-Unternehmen für die technische Anbauer-Ausstattung (Hydroponik-System, Licht etc.), dessen Aktie in den USA OTC gehandelt wird. Gestartet ist es an deutschen Börsen Anfang 2014 bei etwa 0,25 Euro, dann im Hoch bis auf 0,57 Euro gestiegen, dann zurück auf LOS auf 0,02 Euro abgestürzt und steht aktuell bei 0,02 Euro. http://growlifeinc.com/

Cannabis Science (WKN: A0RM6Z; Börsen: Stuttgart, Berlin, München)
US-amerikanisches Biotech-Unternehmen für medizinische Cannabis-Produkte, dessen Aktie in den USA OTC gehandelt wird. Ist an deutschen Börsen Anfang 2014 bei etwa 0,07 Euro gestartet, im Hoch bis auf 0,21 Euro gestiegen, dann auf 0,03 Euro gefallen und steht aktuell bei 0,03 Euro. http://www.cannabisscience.com

Naturally Splendid Enterprises (WKN: A1W8HG; Börsen: Frankfurt und Stuttgart)
Das kanadische Biotechnologie-Unternehmen für Hanfprodukte für medizinische Anwendung, Nahrungsergänzung und Ähnliches wurde Anfang 2008 gegründet und ging 2013 an die kanadische Börse. Seit Anfang 2014 werden die Aktien an deutschen Börsen gehandelt. Sie starteten bei 0,13 Euro, fielen auf unter 0,10 Euro, stiegen dann auf 0,72 und stehen jetzt bei 0,46 Euro. http://www.naturallysplendid.com

Vodis Innovative Pharmaceuticals (WKN A119H9; Börsen: Frankfurt und Stuttgart)
Das kanadische Unternehmen für die Produktion von medizinischem Cannabis wurde 2013 gegründet, ist im OTC Markt und wird seit Mitte 2014 an obigen deutschen Börsen gehandelt. Die Achterbahnfahrt begann bei 0,25 Euro, stieg auf 0,45 Euro, dann ging es runter bis 0,06 Euro. Aktuell steht der Kurs bei 0,30 Euro – immerhin etwas im Plus im Vergleich zum Kurs bei Beginn an deutschen Börsen. www.vodis.ca

Wer mehr über die oben genannten Unternehmen wissen oder checken möchte, wie es den Unternehmen inzwischen ergangen ist, kann auf ihren Webseiten und bei https://finance.yahoo.com recherchieren. Man sollte sich aber auch bei www.finanztreff.de oder anderen deutschen Börsenplattformen die Kursbewegungen als Euro-Charts anschauen, um klar zu sehen, auf welche Karussellfahrt sich Anleger da eingelassen haben. Die meisten dieser Aktien sind (inzwischen) so genannte Penny-Stocks – Aktien, die nur einen sehr geringen Stückpreis haben und deshalb auch gerne von Zockern gekauft werden. Bei gleichzeitig niedriger Marktkapitalisierung lassen sich ihre Kurse leicht manipulieren. Es besteht für Anleger die Gefahr, von schwarzen Schafen abgezockt zu werden. Die decken sich günstig ein, manipulieren den Kurs langsam nach oben, schreiben in den Börsenforen über Trendwenden oder sonstiges Blabla. Wenn die Masse dann aufspringt und der Kurs dadurch richtig steigt, verkaufen sie. Die letzten, die aussteigen, beißen dann die Hunde.

Fazit

Wenn man sich als Anleger für den Cannabis-Markt interessiert – sei es für Cannabis in der Medizin, Ernährung, Wellness oder Cannabis als Genuss-/Rauschmittel -, sollte man sich bewusst sein: Investments in die Cannabis-Branche sind äußerst risikoreich. Die Rechtslage in den Ländern beziehungsweise in den US-Bundesstaaten ist noch in Bewegung. Außerdem erinnere man sich: Bei jedem Goldrausch machen sich viele auf den Weg, aber am Ende sind es nur wenige – und oft völlig andere -, die als Gewinner übrig bleiben.

Gerade in der jetzigen Phase ist es schwierig, herauszufinden, wo die richtigen Geschäftsmodelle mit den richtigen Lenkern gepaart sind und ob diese ein günstiges Marktumfeld haben.

Genauso schwierig ist es, zu entscheiden, welche Angebote seriös und welche es nicht sind.

Man sollte mit allen Tipps in Börsenforen oder von Interessensgruppen vorsichtig sein und bei solch risikoreichen Anlagen niemals mehr Geld einsetzen, als man sich leisten kann, zu verlieren.

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Quellen und weiterführende Informationen

Disclaimer:
Die hier genannten Aktien oder andere Anlageprodukte sind keine Empfehlungen. Außerdem übernehme ich keine Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Informationen. Bitte beachten Sie auch die anzuwendende Gesetzgebung zu Cannabis.

Samstag, 18. April 2015

Staatsanleihen trotz Negativzinsen?

Staatsanleihen von Staaten mit hoher Bonität kosten derzeit Negativzinsen. Trösten kann da nur die niedrige Inflationsrate. 

Staatsanleihen sind für viele Anleger (beispielsweise Pensionskassen, Versicherungen, Investmentfonds und direkt/indirekt auch Privatanleger) ein wichtiges Standbein einer diversifizierten Geldanlage - vor allem für den Teil, wo es um Vermögenserhalt (im Gegensatz zur risikoreicheren Vermögensvermehrung) geht.

Staatsanleihen gibt es mit verschiedenen Laufzeiten und unterschiedlicher Verzinsung. Bei der Staatsanleihe leiht der Anleger dem ausgebenden Staat Geld. Einige Staaten müssen hohe Zinsen bieten, damit ihnen jemand Geld leiht - je schlechter die Bonität (Kreditwürdigkeit) des Landes und je höher das Risiko für den Anleger, desto höher die Zinsen, mit denen dieser Staat den Anleger locken muss.

Durch den aktuell niedrigen Leitzins (0,05 Prozent), den die Europäische Zentralbank (EZB) vorgibt, ist die Verzinsung von Staatsanleihen im Durchschnitt niedriger als früher bei höherem Leitzins. So sollen sich die schwachen Staaten erholen können, da sie nicht mehr so hohe Zinsen zahlen müssen, damit ihnen jemand Geld leiht. Aber Staaten mit hoher Bonität müssen inzwischen fast gar keine Zinsen zahlen oder können sogar Negativzinsen verlangen.

Zu diesen Ländern mit eher hoher Bonität gehören die Schweiz, Finnland, Deutschland, Österreich, Belgien, die Niederlande, Frankreich und das Vereinigte Königreich. Hier eine Liste mit der aktuellen Benotung  ihrer Kreditwürdigkeit durch die Rating-Agenturen (Quelle: tagesschau.de)

Land  Bonität durch Rating-Agentur
S&P     Moody's  Fitch
Schweiz AAA     Aaa  AAA
Finnland AA+     Aaa  AAA
Deutschland AAA     Aaa  AAA
Österreich AA+     Aaa  AA+
Belgien AA     Aa3  AA
Niederlande AA+     Aaa  AAA
Frankreich AA     Aa1  AA
UK AAA     Aa1  AA+


Hier eine Tabelle von Statista, bei welcher Laufzeit diese Staaten negative (rot) oder positive Zinsen (grün) verlangen können/bieten.


Infografik: Zinssatz von Staatsanleihen | Statista
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Eine Gefahr der Niedrigzinspolitik: Die niedrigen Zinsen treiben viel Geld in die Aktienmärkte und in Immobilien, was bei beiden längerfristig eine Blasenentwicklung auslösen könnte. Eine Korrektur am Aktienmarkt wie vergangene Woche, die die Glücksritter erschreckt, kann man da nur begrüßen.

Wer aber (einen Teil seines Geldes recht) sicher in Staatsanleihen dieser hoch kreditwürdigen Staaten anlegen muss, weil es kaum renditestärkere sichere Alternativen gibt, kann sich aber damit trösten, dass wir derzeit durch den niedrigen Ölpreis kaum Inflation haben, welche sonst den Wert des Ersparten nach und nach weggefressen hat: Für März 2015 gab das Statistische Bundesamt einen Schätzwert für die jährliche Inflation von 0,3 % an.

Auch wer einen Kredit aufnehmen muss, kann sich über vergleichsweise niedrige Zinsen freuen - sollte aber im Hinterkopf haben, dass sich die Zeiten auch wieder ändern können und dass man dann die Anschlussfinanzierung auch noch stemmen können muss.

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Siehe auch: Nah an der Null (Süddeutsche Zeitung)

Donnerstag, 22. Januar 2015

Banking on Values - wertebasiertes Banking

Es gibt ein weltweites Netzwerk alternativer Banken - Banken, die mit ihrer Bankgeschäftstätigkeit nachhaltige Entwicklungen unterstützen wollen. Sie haben sich zu einer Allianz - der Global Alliance for Banking on Values (GABV) - zusammengeschlossen.

Die GABV will eine sozial, ökologisch und ökonomisch nachhaltige Alternative zum globalen Finanzmarkt entwickeln. In ihrer Funktion als Kreditgeber unterstützen die dazugehörenden Banken Vorhaben, die in ökologischer, sozialer oder kultureller Hinsicht einen positiven gesellschaftlichen Beitrag leisten.



Dies sind die zur GABV gehörenden Banken in alphabetischer Reihenfolge:

Affinity Credit Union (Kanada)
Alternative Bank Switzerland (Schweiz)
Assiniboine Credit Union (Kanada)
Banca Etica (Italien)
Baco Fie (Bolivien)
BancoSol (Bolivien)
bankmecu (Australien)
Beneficial State Bank (USA)
BRAC Bank (Bangladesh)
Centenary Bank (West Uganda)
Clean Energy Development Bank (Nepal)
Crédit Coopératif (Frankreich)
Cultura Bank (Norwegen)
Ecology Building Society (UK)
First Green Bank (USA)
GLS Bank (Deutschland)
Merkur Cooperative Bank (Dänemark)
Mibanco (Peru)
New Resource Bank (USA)
SAC Apoyo Integral (El Salvador)
Sunrise Banks (USA)
Triodos Bank (Niederlande)
Vancity (Kanada)
Vision Banco (Paraguay)
XacBank (Mongolei)

Die Banken der GABV müssen folgende Kriterien erfüllen:
  • unabhängige und lizensierte Banken mit dem Fokus auf Kleinabnehmer sein,
  • eine Jahresbilanz von mindestens 50 Mio. US-Dollar aufweisen,
  • sich dem sozialen Banking, den Menschen, dem Planeten und dem Gewinn verpflichtet sehen.
Am 23. Oktober 2014 war internationaler "Global Banking On Values-Day". MitarbeiterInnen der 25 zur GABV gehörenden Banken zeigten unter dem Hashtag #bankingonvalues in den sozialen Netzen, warum ihnen werteorientiertes Bankgeschäft wichtig ist. 2015 will man eine ähnliche Aktion durchführen.

Siehe auch


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Donnerstag, 8. Januar 2015

Social Trading - und die Suche nach der besten Geldanlage

Ideen für die Geldanlage holte man sich früher beim Anlageberater oder fand sie auf Anlegermessen, über Börsensendungen in TV, Radio und Internet, in Börsenzeitungen, Wirtschaftsmagazinen, Börsen-Newslettern, in den Wirtschaftsteilen von Zeitungen und/oder in Börsenforen. Für manche noch neu ist das Handeln in Gesellschaft, genannt Social Trading. Ich wollte wissen: Findet man beim Social Trading die beste Geldanlage oder wenigstens eine gute?

Social Trading klingt für deutsche Ohren nach etwas Sozialem im Sinne von Wohltätigkeit. Aber "social" bedeutet in diesem Zusammenhang eher "in Gesellschaft", "gesellig" oder "miteinander".

Wie bei den meisten Social-Media-Plattformen, handelt es sich auch bei den Social-Trading-Plattformen um Geschäftsmodelle der Plattformbetreiber, die darauf aufbauen, dass Menschen gesellige Wesen sind, die sich gerne austauschen. Und so wie Social-Media-Plattformbetreiber mit den Inhalten und dem Verhalten der Nutzer Geld verdienen, tun das Social-Trading-Plattformen mit Menschen, die ihre Anlageideen anderen vorstellen möchten, und denen, die sich dies anschauen und eventuell gleich in diese Strategie investieren wollen. Weil die Popularität der Social-Trading-Plattformen mit erfolgreichen (und prominenten) Signalgebern steht und fällt, gibt es Belohnungen für die, die ihre Popularität einsetzen, erfolgreiche Strategien veröffentlichen und "Follower" gewinnen bzw. zu Investitionen anregen.

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Laut Wikipedia ist Social Trading "eine Form der unregulierten Anlageberatung und Vermögensverwaltung für Privatanleger". Andere wiederum reden von der Schwarmintelligenz, doch bei dem Begriff muss ich immer an die Millionen Fliegen denken, die angeblich beweisen, dass manches Unappetitliche doch schmeckt - für mich ist Schwarmintelligenz nicht per se ein Grund, etwas zu essen oder meine Ersparnisse dafür zu riskieren - nicht zuletzt, weil an der Börse Timing eine wichtige Rolle spielen kann.

Schön ist es aber tatsächlich, anderen Tradern oder Anlegern über die Schulter zu schauen und sich mit ihnen auszutauschen - um festzustellen, welche Strategien sie anwenden, welche Wertpapiere sie kaufen, um die anvisierten Strategien umzusetzen, wie ihr Timing ist und wie sie ihre Entscheidungen kommentieren. Aber das gab es auch schon in den alten Börsen-Fernsehsendungen wie beispielsweise der 3SAT-Börse sowie in den Börsen-Foren und -Communities wie beispielsweise in den alten AOL-Börsenforen, den Börsen-Communities von wallstreet-online.de oder früher bei bizcity.de.

Auf Social-Trading-Plattformen geht es noch einen Schritt weiter: Wer will, kann direkt selbst mit Geld einsteigen und Wertpapiere kaufen oder Kontrakte eingehen.

Top-Tradern auf der Social-Trading-Plattform "folgen"

Wer sich von den Anlageideen anderer auf Social-Trading-Plattformen inspirieren lässt und sie in sein normales Depot als Aktienkauf o. Ä. einfließen lässt, kann vielleicht als Investor davon profitieren, aber die "Follower"/Nachmacher, die in die Strategie eines Traders direkt auf der Social-Trading-Plattform investieren wollen, können dort nicht Aktien oder Fonds real kaufen, sondern nur Zertifikate (bei Wikifolio) oder Contracts for Difference (CFDs – bei Ayondo oder eToro) eingehen, die eine Entwicklung nachbilden und/oder hebeln.

Bei Zertifikaten besteht grundsätzlich ein Emittentenrisiko (im Gegensatz zu in Aktienfonds angelegtem Geld, ist das Geld, das in Zertifikaten steckt, nicht vor der Emittentenpleite geschützt). Und CFDs sind sowieso extrem risikoreiche Hebelprodukte, die auf eine Bewegung wetten.

Es heißt manchmal, dass auf Social-Trading-Plattformen die Transparenz größer sei, als bei dem, was angebliche Börsengurus in ihren Newslettern erzählen. Aber davon bin ich noch nicht überzeugt, da die Kurse und Spreads der Social-Trading-Plattformen meines Wissens außerhalb des regulierten Marktes festgelegt und von niemandem überprüft werden. 

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Social Trading Plattformen (Beispiele)

Wikifolio
Wikifolio ist derzeit bei uns die populärste Social-Trading-Plattform. Wikifolio hat seinen Firmensitz in Wien. Laut einem Ende 2013 bei Social Banking 2.0 veröffentlichten Interview mit dem Gründer Andreas Kern gehört Wikifolio ihm und der Beteiligungsgesellschaft der Verlagsgruppe Handelsblatt (diese hält über 25 Prozent an dem Unternehmen), darüber hinaus sind das Wiener Beteiligungsunternehmen Speedinvest, mehrere Business Angels, Mitarbeiter sowie die Lang & Schwarz (letztere mit 5 Prozent) beteiligt.

Registrierte Nutzer können ein Wikifolio erstellen - eine Art Musterportfolio - und an diesem mit "Spielgeld" in der Größenordnung ihrer Wahl ihre Strategie vorführen. Allerdings beeinflusst dieser virtuelle Handel nicht die Kauf- und Verkaufskurse in der Art, wie es im realen Handel Bid und Ask tun. Die Auswahl an Wertpapieren, aus denen der Wikifolio-Ersteller wählen kann, ist zudem beschränkt auf die Werte des außerbörslichen Handelsplatzes bei Lang & Schwarz - darunter sind Aktien, börsengehandelte Indexfonds, Fonds und strukturierte Produkte wie Optionsscheine, Bonuszertifikate, Knock-Out-Produkte und Discountzertifikate, aber natürlich nicht alle, die es gibt. Ich konnte beispielsweise in einem Selbstversuch mein reales privates Depot gar nicht abbilden, weil ein Drittel meiner Wertpapiere (Aktien, Aktienfonds und ETFs) auf der Wikifolio-Plattform bzw. bei Lang & Schwarz nicht vorhanden war.

Trader, die ihr Wikifolio veröffentlichen und deren erfolgreiches Wikifolio dann als Zertifikat von Lang & Schwarz umgesetzt wird, erhalten 30 bis 50 Prozent dessen als Erfolgsprämie, was sie als Leistungsvergütung ("Performance Fee") für ihr Wikifolio festgelegt haben. Eine Auszahlung kann der Trader dann für Beträge über 100 Euro beantragen.

Wer als Follower in das Wikifolio eines erfolgreichen Traders bei Wikifolio.com investieren will, kann ein Zertifikat kaufen, das die Wertentwicklung des Wikifolio-Portfolios abbildet. Zertifikate sind keine Investitionen, wie es Aktien sind, durch deren Kauf man Miteigentümer einer Aktiengesellschaft wird und dann entsprechende Rechte hat. Bei Zertifikaten besteht die Möglichkeit des Totalverlustes bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten ("Emittentenrisiko"). Emittent der Zertifikate ist bei Wikifolio, wie schon erwähnt, immer Lang & Schwarz, Börsenplatz ist die Börse Stuttgart - damit kann man die Zertifikate über jede Bank kaufen oder eben direkt bei Lang & Schwarz. Einige der Wikifolio-Zertifikate werden inzwischen auch von Direktbanken wie S-Broker oder Comdirect als Sparplan angeboten.

Die Käufer der Zertifikate zahlen neben der Performance Fee von 5 bis 30 Prozent auch eine Zertifikategebühr von knapp 1 Prozent pro Jahr und tragen, wie schon erwähnt, das Emittentenrisiko.

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Ayondo
Ayondo gehört zum Investitionsmix der Next Generation Finance Invest AG (NextGFI), welche eine börsennotierte Beteiligungsgesellschaft mit Sitz in Zug (Schweiz) ist. Ayondo Markets Limited in London ist für die Trade- und Orderausführungen zuständig, die Social Trading Dienstleistungen werden durch die Ayondo GmbH mit Sitz in Frankfurt erbracht. Finanziell unterstützt wird die Ayondo-Holding von Luminor, einer in Singapur ansässige Private Equity Gruppe. Möglicherweise gibt es weitere Beteiligte.

Ayondo wendet sich an Trader ("besonders aktive Anleger"). Gehandelt werden Contracts for Difference (CFD) auf Indizes, Rohstoffe, Währungen, Einzelaktien - auf steigende oder fallende Kurse. Die Trader, die selbst erfolglos sind (und das sind etwa 80 bis 95 Prozent der Trader), können sich an sogenannte Top-Trader (Signalgeber) hängen und hoffen, dass sie dann ihr Geld nicht verlieren. Als ein derartiger "Follower" muss man sein eigenes Brokerkonto bei Ayondo Markets eröffnen und es mit den Trading-Signalen eines oder mehrerer Top-Trader verbinden. Vertragspartner für den Nutzer bei Ayondo Auto Execution (automatische Ausführung) ist die DonauCapital Wertpapier AG in Ruderting.

Ein Top-Trader erhält eine Kommission von Ayondo. Bezahlt werden Ayondo, Ayondo Markets, die DonauCapital Wertpapier AG und der Signalgeber (der Top-Trader) aus den Spreads - den Unterschieden zwischen An- und Verkaufspreisen. Die Spreads variieren je nach Währung, Tageszeit, Volatilität etc. Insofern sind alle Beteiligten daran interessiert, dass möglichst viele Trades durchgeführt werden. Einfluss nehmen kann aber nur der Signalgeber. Er wird versuchen, möglichst viele Follower zu finden und möglichst viele Trades durchzuziehen.

eToro
Auch bei eToro* werden CFDs gehandelt. Signalgeber ("beliebte Investoren") erhalten eine Vergütung abhängig von der Anzahl der "qualifizierten Kopierer". Es gibt eine Erlösbeteiligung für jeden angeworbenen Trader und Erstattungen für einen Teil seines Spreads. Für alle Trader gibt es ein Belohnungssystem für angeworbene Freunde.
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Weitere Social-Trading-Plattformen sind beispielsweise United Signals und Zulutrade.

Meine persönliche Meinung

Social-Trading-Plattformen sind interessant, um sich Strategie-, Fonds- oder Aktienideen anzuschauen (beispielsweise bei Wikifolio), aber auch, um als Zaungast zu beobachten, wie schnell sich extremer Erfolg eines Traders in totalen Misserfolg wandeln kann - wenn der Erfolg auf einer einseitigen, risikoreichen Anlagestrategie gründete.

Einem Trader "zu folgen", in dem Sinne, dass man seine Zertifikate oder CFDs kauft, hat meiner Meinung nach gar nichts mit Investieren im eigentlichen Sinn zu tun, sondern nur mit Wetten und Zocken. Wegen der Risiken und wegen der fehlenden Aktionärsrechte ist selbst das erfolgreichste Zertifikat in meinen Augen langfristig nicht die beste Geldanlage.

Weitere Informationen
* Werbelink

Disclaimer:
Trotz sorgfältiger Recherche kann ich keine Garantie für Richtigkeit, Vollständigkeit und Genauigkeit der Informationen geben.

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Montag, 1. Dezember 2014

Aktien, Aktienfonds oder ETFs - was ist am besten?

Aktien, Aktienfonds und ETFs sind im Gegensatz
zu Tagesgeld langfristige Anlagen, 
Gerade in diesen Zeiten, wo man als Sparer kaum noch Zinsen für sein Tagesgeld, Festgeld oder andere Guthaben bekommt, suchen alle nach Alternativen. Da die Anlage

  • in Immobilien oft zu viel Geld zu einseitig festlegt und nicht für jeden geeignet ist, 
  • die Anlage in Gold eine Art Glücksspiel ist - niemand weiß, wohin die Reise geht - und 
  • Genussscheine oft unsicher sind (man denke an den Fall Prokon), 
wird die Geldanlage in Aktien wieder interessanter. Allerdings sollte man beachten, dass der Wert von Aktien schwankt, weswegen man in Aktien langfristig anlegt und in einer guten Phase verkauft - also nicht dann, wenn man gerade Liquidität braucht (die muss man anders bevorraten), sondern dann, wenn es aus Anlagesicht gut ist.

Einem Aktionär gehört ein Teil eines Unternehmens - schon mit einer Aktie wird man zum Aktionär und erhält damit die Rechte eines Aktionärs. Das angelegte Geld vermehrt sich, wenn alles gut geht, durch die Wertsteigerung der Aktie und durch die Ausschüttung von Gewinnen (Dividenden). Für beides gibt es keine Garantie, sondern das hängt von der Gesamt- und Gewinnentwicklung des Unternehmens ab. Doch die Statistik zeigt, dass Aktien auf lange Sicht steigen.


Nur sollte man sich von der Statistik nicht täuschen lassen - nicht jede einzelne Aktie steigt, sondern die Gesamtheit der Aktien. Logischerweise gibt es auch Aktien, die mehr oder weniger auf der Stelle dümpeln, solche, deren Wert unglaublich schnell wächst, und solche, die in die Knie gehen und niemals mehr hochkommen.

Es macht also Sinn, nicht nur in ein Unternehmen zu investieren, sondern in mehrere aus verschiedenen Ländern, unterschiedlichen Branchen, in unterschiedlichen Währungen und so weiter.

Die Zusammenstellung und Beobachtung eines solchen Aktien-Portefolios macht also etwas Arbeit.

Einem diese Arbeit abzunehmen, versprechen die Fondsgesellschaften, die Aktienfonds anbieten. Und das tun sie auch - sie bündeln Aktien in einem Fonds und sorgen für mehr oder weniger Streuung, je nach Fondsthema. Wer auf Nummer sicher gehen will, streut aber weiter und verteilt die Investitionssumme auf mehrere Aktienfonds unterschiedlicher Fondsgesellschaften und verschiedener Ausrichtung.

Gemanagte Fonds machen den Fondsgesellschaften mehr Arbeit als Indexfonds, wofür sie natürlich eine Entschädigung kassieren. Nicht gemanagte Fonds, die an der Börse gehandelt werden und sich an einem Index orientieren, heißen Exchange-Traded Fonds (abgekürzt ETF oder auch ETFs). Diese Art Fonds machen weniger Arbeit, kostet weniger Gebühren und sie sind oft schneller, besser und über die Börse handelbar, was sie sehr verlockend macht.

Andererseits haben sowohl gemanagte Aktienfonds als auch ETFs den Nachteil, dass man sein Recht als Aktionär abtritt, an der Hauptversammlung teilzunehmen, und auch andere Aktionärsrechte nicht mehr wahrnehmen kann. Außerdem kann man es auch kritisch sehen, wie mit den Anlagesummen in den Händen der Fondsgesellschaften auch deren Macht wächst. Dazu kommt, dass besonders bei ETFs oft nicht die Aktien aus dem Index angeschafft werden, sondern nur die Wertentwicklung mit einem Swap nachgebildet wird.
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Wer ein echter Investor sein will und auch Einfluss nehmen möchte, wird also lieber in Aktien investieren und Aktienfonds bzw. ETFs nur um der Streuung Willen zusätzlich in sein Depot einbauen.

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