Sonntag, 23. Oktober 2011

Deutsche Bank - Aktien jetzt kaufen?

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Der Aktienkurs für Aktien der Deutschen Bank steht aktuell ziemlich niedrig, denn die Bank befindet sich - wie alle Banken angesichts der Verschuldungskrise verschiedener Euroländer - unter Druck. Immer wieder wird daher in Foren und auf Frage-Antwort-Portalen von Privatanlegern die Frage gestellt, ob man die Aktien der Deutschen Bank kaufen solle, denn sie seien jetzt ja billig - nach dem Motto "Kaufen, wenn die Kanonen donnern".

Das kommt meiner Meinung nach ganz auf die Anlagestrategie und die individuelle Aufstellung und Einstellung drauf an. Genauer:

Wer wenig Geld hat, dem würde ich nicht empfehlen, all sein Erspartes jetzt in Aktien der Deutschen Bank - oder irgendeiner anderen Firma - zu stecken. Aktien sind meiner Meinung nach nur empfehlenswert als Bestandteil einer diversifizierten Geldanlage, die verschiedene Geldanlagemöglichkeiten nutzt und dabei im Auge hat, wie viel unbedingt erhalten werden soll und wie viel auch etwas chancen- und risikoreicher eingesetzt werden kann - jede Chance erkauft man sich mit Risiko.

Bei der Entscheidung für oder gegen den Kauf von Deutsche-Bank-Aktien muss man sich als Privatanleger auch fragen, ob das eine kurzfristige Spekulation oder eine längerfristige Investition werden soll.

Bei der kurzfristigen Spekulation geht man davon aus, dass man heute billig einkaufen und in naher Zukunft - vielleicht sogar noch am gleichen Tag - bereits teurer verkaufen kann. Bei solchen Vermutungen sollte man sich aber vor Augen halten: Nur weil sich der Kurs einer Aktie halbiert hat, heißt das nicht, sie kann sich nicht noch einmal halbieren. Das zeigt auch der Kursverlauf (Chart) der Deutsche-Bank-Aktie, die immerhin 2007 über 106 Euro stand. Anfang 2009 hatte die Deutsche Bank einen Tiefstand von wenig über 16 Euro. Ist der aktuelle Kurs von 27,83 Euro also billig oder teuer? Niemand weiß, wie der weitere Kursverlauf sein wird und niemand kann vorhersagen, ob die Aktie der Deutschen Bank nicht noch einmal so weit wie 2009 oder noch weiter in den Keller geht. Die spekulative Anlage in die Deutsche Bank ist auf jeden Fall eine risikoreiche Zockerei.

Als langfristiger Anleger (Typ "Investor") dagegen muss ich mich fragen, ob ich die Firma, in diesem Fall die Deutsche Bank, für gut aufgestellt halte in der aktuellen Krise, denn es wird viel diskutiert über Konsolidierung der Bankenlandschaft (Banken sollen pleitegehen, damit es weniger werden - es gäbe zu viele), über die Aufsplittung von Banken in Investmentbanken und Kundengeschäftsbanken (dann sind die Investmentbanken nicht systemrelevant und man kann sie pleitegehen lassen) und Zwangskapitalisierung, um den Schuldenschnitt Griechenlands zu ermöglichen (was einer Teilenteignung entspricht).

Wenn man glaubt, dass die Deutsche Bank in dieser Situation gut aufgestellt ist und als einer der Sieger oder Überlebenden aus der Krise hervorgehen wird und sie dadurch langfristig Dividenden zahlen kann und ihr Kurs steigen wird, dann kann man Deutsche-Bank-Aktien kaufen - aber man sollte, wie immer, für ein diversifiziertes Depot und für genügend Liquidität gesorgt haben - letzteres, um auch lange Durststrecken durchstehen zu können, falls sich die Krise weiter ausweitet.

Bank of Scotland: Einlagensicherung erhöht

Die Bank of Scotland ist dem Einlagensicherungsfond des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) beigetreten. Damit erhöht sich die bisherige Einlagensicherung der Bank of Scotland von 85.000 britische Pfund (gesetzliche Einlagensicherung) je Kunde auf nun 250.000 Euro je Kunde. Die Einlagensicherung gilt für Sparguthaben einschließlich der Zinsen auf Tagesgeld und Festgeld bis insgesamt 250.000 Euro.

Eine Einlagensicherung ist dafür da, Gelder von Kunden zu schützen, wenn eine Bank in Zahlungsschwierigkeiten gerät. Die gesetzliche/staatliche Einlagensicherung beträgt in Deutschland 100.000 Euro, in Großbritannien 85.000 britische Pfund. Tritt eine ausländische Bank, wie in diesem Fall die britische Bank "Bank of Scotland" (übrigens nicht zu verwechseln mit der "Royal Bank of Scotland" - das ist eine andere Bank"), dem BdB bei, dann haftet im Falle einer Insolvenz erst der staatliche britische Einlagensicherungsfonds bis zu 85.000 britische Pfund je Kunde und für alles, was darüber hinaus geht, der Einlagensicherungsfonds des BdB.

Man sollte seine Bank so aussuchen, dass die Einlagensicherung den Anlagebetrag einschließlich der Zinsen etc. zu 100 % abdeckt, oder eben sein Geld auf mehrere Banken verteilen.

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